Warum immer diese Kritik am Konzept Antifa?

Es erstaunt mich echt immer wieder aufs Neuste wie dumm manche Antifa Grüppchen doch immer sind. Irgendwie langweilt es mich auch schon immer wieder deren Aufrufe inhaltlich zu kritisieren, da der Fehler bei ihnen eh immer der gleiche ist. Ich halte es aber auch für falsch antifaschistische Dummheiten im Netz unkommentiert zu lassen. Eine Sache ärgert mich dann eben doch dann ganz besonders, wenn die Antifa aus mir unerklärlichen Gründen nicht nur immer gegen die Faschisten vorgehen will und die demokratische Herrschaft parallel deshalb erst mal gut wegkommen lässt, sondern neuerdings wie hier nun auch ganz direkt „Bewusstsein für Toleranz und Demokratie“ stärken will. Auf einem anderem Antifa Blog wurde vor kurzem auch tatsächlich zum Wählen aufgerufen, weil dies ja die NPD nicht unterstützen würde. Dadurch gibt man aber auch sein „Ja“ an die Demokraten, die Macht usw. auch ganz toll finden.
Zur genaueren Kritik am Antifaschismus habe ich in anderen Blog-Einträgen bereits schon genug geschrieben, falls ich demnächst wieder über Antifas schreibe, dann nur kurz und zur Dokumentation ihrer peinlichen Aufrufe.

Allen Antifas empfehle ich die beiden Sendungen auf farberot.de „Warum Demokraten (Neo)Faschisten nicht kritisieren können“ und „Vom Fehler einer linken Orientierung namens ANTIFA“.

Eine Einführung in die Faschismusanalyse kann man in meinem vorigen Eintrag lesen.


8 Antworten auf “Warum immer diese Kritik am Konzept Antifa?”


  1. 1 AZ 13. Mai 2008 um 16:17 Uhr

    Passend zum Thema die Mitschnitte des ARAB-Seminars zur Faschismusanalyse und ein Veranstaltungsbericht. Die technische Qualität der Aufzeichnungen, insbesondere der Diskussionen, ist leider nicht sehr gut.

  2. 2 Aktionsgruppe 13. Mai 2008 um 16:55 Uhr

    Anscheind muss man dazu mal noch lesen aber naja egal was solls
    wir rufen auch zum wählen auf aber nur dazu seine Stimme unstimmig zu machen is doch sinnvoller als garnet zu gehn. un die Demo wird von keiner Antifagruppe angemeldet also wird ich mal die zusammenhänge streichen. aber anscheind habt ihr ja nichts besseres zu tun. aber naja man sollte halt immer alles wissen!
    Stay Antifa

  3. 3 Administrator 13. Mai 2008 um 18:38 Uhr

    Du hast zwei Kommentare geschrieben, die Inhalte waren etwa gleich, deshalb hab ich nur den letzteren freigeschaltet.

    Lesen solltet ihr sicherlich meine Faschismusanalyse, so wie ihr euch auch die Aufnahmen von Farbe Rot anhören solltet.

    Wenn man zum Wählen aufruft und damit ungültig Wählen meint, dann sollte man das doch auch betonen. Ansonsten ist es eben dieses typische Antifa Gelaber, man müsste das Schlimmste verhindern, und da könne man jetzt auch mal das kleinere Übel wählen. Was SPD, CDU, Grüne, FDP und sonstige Staatslenker machen wäre ja bei weitem nicht so schlimm wie das, was die NPD machen würde, deshalb sind die anderen Parteien prinzipiell erst mal gut. Ich könnte mal aufzählen, was denn an diesen Parteien alles so scheiße ist, was am Staat allgemein scheiße ist, aber das solltet ihr eigentlich wissen. Stattdessen müsste man sich fragen, welchen Sinn es denn dann hat, jenseits seiner antikapitalistischen und herrschaftskritischen Position, wählen zu gehen. Wenn ihr ungültig wählt, dann ist ja okay, dann muss man das aber auch verdeutlichen. Ich habe leider nicht mehr den Link zu diesem einem Blog, aber die haben auch nicht von ungültigem Wählen gesprochen. Nun ja. Die Kritik war ja auch, dass ihr ganz direkt dazu aufruft demokratisches Bewusstsein zu stärken. Dabei stellt ihr die Demokratie eben als einzige „Alternative“ zum Faschismus dar. Die Kritik am Faschismus ist dann weiterhin, dass der Faschismus deshalb undemokratisch sein muss, aber was sagt das denn aus? Was erfährt man denn über den Faschismus, wenn man ihn immer von seinen eigenen (demokratischen) Idealen abwegt. Demokratie ist nun mal auch ein Herrschaftssystem, die Form von Herrschaft, die für die Politiker im Lande wohl momentan die beste ist diesen Staat zu führen als Garant des Privateigentums. Das ist das, was ihr verteidigt, obwohl in eurer Selbstdarstellung etwas von antikapitalistischen Positionen steht. Diesen Widerspruch muss man eben mal erkennen.
    Die weitere Frage, die sich mir bei jeder Antifa stellt, ist, warum man seine politische Praxis denn immer nur gegen die Faschisten richten will. Das einzige Argument, das hier fällt, ist, dass die ja die „Schlimmsten“ sind und man deshalb ganz besonders aufmerksam sein müsse. Wehret den Anfängen usw. Dabei interessiert es gar nicht, 1. was für eine Minderheit die Faschisten hier im Lande sind und 2. woher denn diese Politisierung kommt, welche die Menschen zu Faschisten werden lassen. Die Mehrheit stellen die Demokraten. Die befürworten Hartz IV, Studiengebühren, Überwachungsmaßnahmen (so lange nicht übertrieben wird) und Bundeswehreinsätze. Ja? Naja, mehr als die Hälfte der Deutschen lehnt zumindest laut Umfragen die Bundeswehreinsätze ab. Und jetzt? Ist das undemokratisch oder demokratisch? Auf jeden Fall ist es nicht faschistisch und dennoch scheiße. Interessiert aber net, denn da ist ja die Entschlossenheit zu klein gegen die demokratische Herrschaft vorgehen zu wollen. Der Störenfried ist doch der Nazi, den mögen alle nicht. Deshalb kann man gegen ihn eine Volksfront bilden. Zusammen mit SPD, CDU usw. Was die Parteien für einen Mist anrichten oder der Bürger auf eurer Demo sonst so noch denkt, interessiert doch gar nicht. Man hat ja grad seinen Konsens gegen die Nazis. Das ist ja schon mal ne tolle politische Praxis, etwas Erfolg usw. Mit linker Politik hat das ganze dann eben noch lange nichts zu tun. Noch nicht mal annähernd mit Forderungen wie „Bewusstsein für Demokratie und Toleranz“ stärken. Da können sich ja viele Bürger anschließen, eine radikale Linke sollte sich da andere Ziele setzen.
    Ich empfehl dir auch die Audiomitschnitte, die AZ postete. Da kannst du von Peter Decker auch noch mal was zur Politisierung durch die Demokraten hören.

    Ansonste habe ich wirklich besseres zu tun als mich nur um die Faschisten zu kümmern.
    Stay Communist

  4. 4 Aktionsgruppe 13. Mai 2008 um 20:07 Uhr

    Ich geb dir ganz recht ich halte auch nicht viel von den anderen Partein ich denke auch schlecht von der PDS die sind nicht viel besser.
    Wir rufen bei der Demo zu garnichts auf das sind andere Leute wie wurden nur gebeten zu verbreiten. Und wir sind nicht nur gegen Nazis glaub der Zeit gibt es andere Probleme.
    Kapitalimus abschaffen!
    Alles für Alle!
    Für soziale Sicherheit

  5. 5 Administrator 14. Mai 2008 um 0:17 Uhr

    Naja, man muss ja nicht alles ohne jede Kritik verbreiten. Als politischer Zusammenschluss kann man zu Unsinn wie „Bewusstsein für Demokratie stärken“ auch Stellung nehmen.

  6. 6 anarcho 14. Mai 2008 um 1:10 Uhr

    Einige kleine Anmerkungen:

    Kurzer Hinweis, wie immer kommt es darauf an, wie die Definition von Demokratie aussieht. Und könnte es nicht etwas anderes bedeuten als staatlich verordneter „Palamentarismus“ und/oder Repräsentatenpolitik?
    Es gibt ja auch einige Philosophen, die diesen Begriff erneut aufrollen und als Begriff jenseits einer Staatform wieder nutzen möchten.

    Kapitalismus ist eine Form von Unterdrückungsverhältnissen, die sicherlich bekämpft gehört. Aber es gibt auch andere Erscheinungsformen von Machtverhältnissen und Unterdrückungsmechanismen, sollen diese nur als Nebenwidersprüche gekennzeichnet werden? Ist das nicht viel zu kurz zu griffen und war nicht mal die Theoriebildung weiter?

    Problem zwischen Theorie und Praxis ist, das sich der Kapitalismus als erheblich flexibel in der Anpassung gezeigt hat und Menschen z.B. die Prinzipien des Wettbewerb annehmen und es sich in dessen Rahmen gemütlich machen, wie ist darauf zu reagieren und wie soll die Abschaffung dessen aussehen?

  7. 7 Aktionsgruppe 14. Mai 2008 um 2:02 Uhr

    klar stimmt schon aber glaub dort geht es mehr unter dem vorwand das es gegen nazis ist drum fahren wir hin un das wird dann auch vor ort klar gemacht

  8. 8 Administrator 14. Mai 2008 um 11:58 Uhr

    anarcho:

    Wie schaut denn die Definition von Demokratie dann aus? Aus dem griechischen übersetzt heißt es ja Herrschaft des Volkes. Also der Begriff Herrschaft steckt immerhin drin. So und was ist jetzt Herrschaft? Die fängt zumindest da schon an, wo sich ein Interesse über das andere setzt. Bei Majoritätsbeschlüssen sieht das dann so aus, dass das gilt, was die Mehrheit will. Folgend ist es dann aber eine Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist das zentrale Problem bei der parlamentarischen und repräsentativen Demokratie. Nun gibt es auch direkte Demokratie usw. Aber auch da ist nicht gesagt, dass da nicht Fremdbestimmung auftauchen sollte. Irgendein Entschluss muss bei der Demokratie ja immer folgen, irgendein Wille, der über die anderen herrscht. Das vernünftigste Beispiel für Demokratie ist vielleicht die Konsensdemokratie, wobei ich mir zu dem ganzen Zeug noch nicht all zu genau Gedanken gemacht habe. Zu unterscheiden ist auf jeden Fall zwischen Konsens und Kompromiss. Da besteht nämlich ein bedeutender Unterschied. Beim Kompromiss geben jeweils zwei der Parteien einen Teil ihrer Idee auf und führen beide Ideen etwa so zusammen, dass beide Parteien halbwegs zufrieden sind. Währenddessen beim Konsens bei allen Seiten vollständige Übereinstimmung wäre. Daran gibt es erst mal nichts negatives. Abgesehen davon wer an dem Konsens teilnimmt und wer nicht. Und da fangen die Probleme an. Egal welches Modell man wählt, man muss immer vom Ideal ausgehen, damit es als politischer Bezugspunkt taugt. Und das funktioniert eben nicht immer so. Das ist genau das Problem, welchem sich die Demokratieidealisten immer stellen müssen. Sie nehmen die Demokratie als Ideal, von welcher sie ihre eigene scheinbar richtige Definition haben und merken, dass die real existierende Demokratie ihrem Ideal nicht entspricht. Dann versuchen sie Erklärungen zu finden, warum die Demokratie denn nicht so ist, wie sie sein sollte (wobei sie nicht mal das machen meistens). Bezugspunkt ist immer die eigene Definition von Demokratie, aber das bringt nicht viel, da jeder wohl so seine eigene Definition zu haben scheint. Deshalb eignet es sich besser an einfach das zu kritisieren, was ist, zu kritisieren wie die Demokratie eben ist und nicht wie sie sein sollte. Alles andere ist eben Wunschdenken und hat mit Kritik nicht viel gemein. Wenn heute jemand nach Demokratie schreit, dann meint er damit nicht den Kommunismus oder meinetwegen die Anarchie. Viel auszusetzen hat man dann an der Gesellschaft nicht, nur dass eben nicht alles richtig gemacht wird. Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen Artikel zum Thema Demokratie, in dem ich die Gedanken dann etwas weiter ausführen werde.

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