Kritik des Redebeitrags der „Autonomen Antifa [f]“

Da ich ein Kritiker des Konzeptes Antifa bin, wurde ich gefragt, ob ich zum Redebeitrag der Autonomen Antifa [f], den sie am 19.09.08 in Köln bei Protesten gegen den Antiislamisierungskongress hielt, einen Kommentar abgeben könnte. Ich wollte das erst etwas kürzer fassen und habe jetzt doch etwas mehr geschrieben und veröffentliche es deshalb hier auf meinem Blog.

Der Redebeitrag wurde hier bei Indymedia gepostet. Die Autonome Antifa [f] ist im „ums Ganze! Bündnis“.

Antifaschismus – das ist nicht neu – bedeutet den Kampf gegen die gesellschaftlichen Grundlagen aus denen heraus Menschen die Bereitschaft entwickeln, reaktionäre Denk- und Verhaltensmuster anzunehmen.

Da – gleich im ersten Satz – steckt schon der grundlegende Kritikpunkt am Konzept Antifa, nämlich folgender: Es geht hier nicht um die gesellschaftliche Ordnung an und für sich, die es zu bekämpfen lohnt, sondern nur um die Gesellschaft als Grundlage für reaktionäre Ideologien. Wer so an die Sache herangeht, wird nie die richtigen Argumente gegen Staat und Kapitalismus finden, wenn man doch immer nur jene zu kritisieren vermag, die auch selbst von Demokraten als Bedrohung ihrer Ordnung – die Faschisten nämlich und um genau die geht es ja den Antifas vordergründig – angesehen werden. Diese Ordnung, bei welcher man sich immer wieder bewusst ist, dass sie die Grundlage dieses ganzen Mistes ist, ist nicht der Gegenstand der Kritik, das, was es zu bekämpfen gilt, sondern eben nur deren Auswüchse, die reaktionären Ideologien. Das ist keine böse Unterstellung hier, dass man auf dieser Linie so immer die Demokratie verteidigt, das folgt einfach aus dem oben zitiertem Anspruch.

Da spielt es auch keine Rolle, wenn man sich von anderen Antifaschisten

Daher ist das Kriterium unseres Antifaschismus nicht die Masse an Leuten, die Anzahl an Fernsehberichten, das Image der Stadt oder sonst ein Quatsch. Unser Kriterium ist die Wirksamkeit in der Praxis. Und das unterscheidet uns grundsätzlich von den Standortverwaltern von Grünen bis CDU – unser Antifaschismus ist keine Ordnungspolitik.

immer so deutlich abgrenzt. Denn wer sich die Rechtspopulisten, Faschisten und wie man sie sonst so nennt oder unterteilt zum Mittelpunkt seiner Praxis macht, der nimmt diese Tendenzen ja – sonst würde Antifa ja auch keinen Sinn machen – für eine große Gefahr wahr. Gefahr oder Bedrohung für wen? Und vor allem scheint jemand, der diese Tendenzen als Hauptgefahr wahrnimmt, gar nicht bescheid zu wissen, wie sehr die herrschende Ordnung dem Menschen Schaden zufügt. Da wäre jetzt schon die Antwort, für wen das ganze eine Gefahr ist. Natürlich sind Faschisten eine (physische) Gefahr für bestimmte Menschen. Aber wenn man dann eben doch nicht so argumentiert, dass die Faschisten eine Gefahr für die Demokratie seien, dann müsste man eben – und gerade weil diese momentan viel schädigender für den Menschen auftritt – auch und vor allem die Demokratie zum Angriff preisgeben. Das wird so aber nicht gemacht. Zum Angriff wird nur die fiktive – nicht die reale – Ordnungsmacht preisgegeben. Fiktiv soll bedeuten, dass die Faschisten oder Rechtspopulisten ja bloß um die Macht kämpfen, welche die Demokraten eben schon haben. Und wer genau das verhindern will (und da treten ja viele Antifas gerade auch mit Parolen wie „Keine Stimme den Nazis“ auf), der scheint eben mit denen, die die Macht bereits haben, kein großes Problem zu haben. Und der Kritikpunkt an denen ist dann höchstens, dass sie reaktionäre Ideologien begünstigen. Da fängt die Kritik aber eben recht spät an, wo ich schon vorher grundlegend demokratisches Rumgetreibe kritisiert habe.

Faschistischen Bewegungen und dem ideologischen Bodensatz aus dem diese heraus entstehen, lässt sich am besten mit dem Mittel des militanten Antifaschismus, mit direkten Aktionen, mit Aufklärung, Outings und inhaltlicher Kritik entgegentreten. Wir machen das, weil wir das am besten können. Und das werden wir morgen Pro Köln und Co. auch nachhaltig deutlich machen!

Na das ist dann auch nur noch reine Logik, dass man denen, die vom demokratischen Musterbürger abweichen, nur mit Miltanz begegnen kann. Das Outing muss natürlich vorausgreifen, dass man auch weiß, wen man anzugreifen hat. Dazu macht die Antifa ja regelmäßig Veranstaltung zu „der Nazis neue Kleider“, dass man auch ja nicht den falschen Leuten aufs Maul haut, was scheinbar auch in Köln vorgekommen ist. Die inhaltliche Kritik kommt dann auch noch, wobei ich mich dann immer auch frage an wen die sich richtet. Den Rechten hat man ja schon aufs Maul gehauen, danach mit denen noch zu diskutieren – oder davor – schließt sich wohl aus. Also geht das wohl an die Demokraten. Denen sagt man dann ja aber auch nur, was für intolerante und menschenverachtende Arschlöcher die Faschisten doch seien, als wüssten sie das doch nicht selbst. Was Neues wäre es ja, wenn man den Demokraten, mit denen man oft je nach Laune eine Volksfront eingeht oder nicht, mal zeigen würde, was an ihrem Nationalismus stinkt und wo sie sich eigentlich mit den Faschisten einig wissen müssten. Darum könnte es bei dieser „inhaltlichen“ Kritik doch mal gehen. Da sie das aber nicht können, ist es schon lächerlich zu posaunen: „Wir machen das, weil wir das am besten können.“

Aber – Und das wissen die meisten Antifas auch schon seit einigen Jahren – Antifaschismus ist damit eben nicht der Kampf „ums Ganze“: Dem Kapitalismus und dem Elend, der Ausgrenzung und der Entfremdung, die er tagtäglich produziert, lässt sich mit dem Mittel des Antifaschismus nicht viel antun. Schließlich geht es bei der Abschaffung des Kapitalismus um nicht weniger als den Kampf für Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die Abschaffung der Herrschaft von Menschen über Menschen – den Kommunismus.

Das würde ja ganz nett klingen, da genau daraus, wenn man auch Kommunist ist, ja eine Kritik am Konzept Antifa folgen könnte. Man ist sich im Klaren, dass der Antifaschismus für den Kommunismus1 nicht sehr brauchbar ist. Aber:

Die Verteidigung der bürgerlich-demokratischen Herrschaft ist dabei nur die Verteidigung von Bedingungen, unter denen wir den Kampf für das ganz andere überhaupt denken und angehen können. Es ist die Verteidigung eines Zustandes, den wir als KommunistInnen überwinden wollen. Trotzdem muss dieser Kampf geführt werden. Denn das frustrierende Hamsterrad des Antifaschismus wird die radikale Linke unter kapitalistischen Bedingungen nicht verlassen können.

Das alte, viel diskutierte, Thema. Schon seit „einigen Jahren“ wissen Antifas scheinbar über immer mehr Dinge bescheid, aber begreifen immer noch nicht, dass die Demokratie nicht zu deren Abschaffung da ist. In der Demokratie gibt es die Bedingungen, in denen man an den Kampf denken kann und diesen auch angehen kann. Ob man im Faschismus vielleicht nicht auch an Kommunismus denken kann, das sollte mal geprüft werden. Dass angegange Versuche des revolutionären Kampfes niedergeschlagen wurden, das mag stimmen. Nur: Die Demokratie hat bis jetzt auch noch keinen einzigen kommunistischen Aufstand zugelassen. Es sollte doch schon lange klar sein, was Meinungsfreiheit bedeutet: Ist die kommunistische „Bewegung“ und deren Theorievermittlung bedeutungslos, so muss diese auch nicht unterdrückt werden. Ist sie jedoch von ihrer Masse eine praktische Relevanz und so eine Bedrohung für die herrschende Ordnung, so ist eben auch schnell Schluss mit der Meinungsfreiheit. Diese ist eben gerade nicht dazu da sich kritische Gedanken zu Staat und Kapital zu machen, sondern im Pluralismus geht es um ein konstruktives Streiten bezüglich der Staatsführung. Destruktive Kritik ist und war schon immer unerwünscht. Es mag sein, dass es sich für einen Kommunisten unter demokratischer Herrschaft angenehmer lebt, aber daraus darf kein Lob folgen, sondern eben die Ausnutzung der gegebenen Bedingungen. Ein Kommunist kann aber eben auch in der Demokratie im Knast landen oder das Versammlungsrecht kann eingeschränkt werden – siehe Baden-Württemberg und Bayern. Ja, sind das die Bedingungen, die man loben will? Diese Verhältnisse müssen in der Kritik stehen und ein Hinweis darauf, dass die Bedingungen ja immerhin besser seien als unter dem Faschismus, das wäre das genaue Gegenteil dieser Kritik. Und was folgt denn: Werden die demokratischen Verhältnisse dazu ausgenutzt revolutionäre Praxis zu treiben? Nein, man begnügt sich mit dem Antifaschismus, der der Kampf (besser gesagt Verteidigung) um die Bedingungen des (revolutionären) Kampfes sein sollen, welchen man aber scheinbar auch unter gegebenen Bedingungen gar nicht führen will. Dazu bräuchte es ja Massen – und dazu eben richtige Aufklärung – aber um genau diese geht es den Antifas ja nicht.
In diesem Abschnitt ist der Widerspruch des Antifaschismus ja auch recht gut auf den Punkt gebracht worden:
„Es ist die Verteidigung eines Zustandes, den wir als KommunistInnen überwinden wollen.“

Es sind die irrationalen und menschenfeindlichen politischen Ideologien, die diese kapitalistische Gesellschaft immer wieder selbst produziert, die aber mit dieser eben nicht automatisch in eins fallen. Sie produziert diese Ideologien mit schlafwandlerischer Sicherheit, weil ihre alltägliche Praxis selbst immer wieder beweist, dass Unmenschlichkeit und Unvernunft die Funktionsprinzipien des Kapitalismus sind.

Aber um genau diese Unmenschlichkeit des Kapitalismus geht es ihnen ja nicht. Schlimmer sind ja die Ideologien, die der Kapitalismus reproduziert, wobei man nie erwähnt, was eigentlich die Grundbestimmung der kapitalistischen Produktionsweise ist. Der Kapitalismus scheint nur schlecht aufgrund seiner Nebenprodukte zu sein.

Die Sortierung von Menschen in Nationen, die Verachtung von Schwäche, sexistische Rollenbilder, eine autoritäre Organisation der Gesellschaft – all das sind keine Alleinstellungsmerkmale faschistischer Bewegungen, sondern schon innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft angelegt.

Reaktionäre Bewegungen knüpfen daran an und radikalisieren die Irrationalität der bürgerlichen Gesellschaft, indem sie diese noch als „natürlich“ oder „gottgegeben“ konstruieren. Soziale Handlungen und Konflikte werden bei ihnen in „natürliche“ umgelogen. Und mit Gewalt versuchen sie dann, diese Lüge wahr zumachen.

Das ist natürlich alles richtig. Man sollte sich aber fragen, warum diese gegebenen Verhältnisse erst mal als weniger bekämpfenswert – oder gar als Bedingungen betrachtet werden – gelten, sondern man nur gegen den Konsequenteren demonstriert2.
Übrigens: Auch die Demokratie macht diese „Lüge“ mittels Gewalt wahr.

Nationalsozialistische, faschistische und regressive Bewegungen bieten sich dem bürgerlichen Subjekt somit als Krisenlösungen an. Sie wollen die widerstreitenden Interessen im Kapitalismus nicht überwinden, sondern dem identitären Kollektiv unterordnen und das Individuum darin aufgehen lassen; nicht zuletzt, indem zur Hetzjagd auf einen angeblich äußeren Feind geblasen wird.

Soweit auch richtig. Wobei ja die Krise immer als Anlass genommen wird, in der die Demokratie von rechts bedroht wäre, und man sie deshalb ja verteidigen sollte, bevor die „noch Schlimmeren“ an der Macht sind. Der Staat übernimmt ürbigens auch allein schon die Rolle des Krisenverwalters. Da handelt es sich aber öfters nur um kleinere Krisen, die er bewältigen kann, die Faschisten sprechen dagegen immer von der großen Krise, die eine Bedrohung für die Existenz der Nation darstellen würde. Deren Krisendiagnose ist an der Stelle radikaler als die der Demokraten, wobei Demokraten auch gerne die Krisen leugnen, da sie keine Angriffsflächen für ihre Politik bieten möchten. Erst wenn wirklich sich die Demokraten der Krisendiagnose der Faschisten einig wissen, haben beide ihren Konsens auch in der Anwendung faschistischer Methoden. Das setzt natürlich einen gleichen Zweck der Staatsführung voraus, den man teilt. Unterscheiden tun sich Demokraten und Faschisten hier eben nur in ihrer Methode, ihrer Herrschaftsform. Um so größer dann eben die Krise, um so mehr sind sich beide einig. Und genau da kann es natürlich nur falsch sein den Staat in seiner demokratischen Variante nur in irgendeiner Weise verteidigen zu wollen. Wo man sich nicht in der Krise befindet, werden die Demokraten mit den Faschisen auch alleine – ohne Antifa – fertig und in der Krise kann man dann schauen, wo die demokratischen Bündnispartner bleiben, mit denen man Volksfront machen will. Wer am Staat grundlegend eine Kritik hat, muss diese in einer Gegenöffentlichkeit eben unter die Leute bringen. Die Leute dazu mobilisieren den Staat eben loszuwerden, das kann nur in jeder Situation die Perspektive einer radikalen Linken sein.

Das zeigt: Ein linksradikaler Antifaschismus muss sich inhaltlich bestimmen; zumindest wenn er mehr sein will als reine Recherche-Antifa. Er muss sich auf die Seite des Individuums und gegen nationale, religiöse oder auch kulturelle Zwangskollektive stellen. Ganz egal, von wem der reaktionäre Mist ausgeht – d.h: egal ob von Nazis, Rechtspopulisten, Islamisten, Grauen Wölfen, christlichen Fundamentalisten oder sonst wem.

Da würde auch ein Liberaler jetzt wenig widersprechen, was heißt, dass die inhaltliche Bestimmung der Kritik wohl doch mangelt.

In diesem Sinne ist es höchste Zeit, auch den Islamismus als politischen Gegner ernst zu nehmen: Nicht nur, weil er als politische Ideologie extrem autoritär und sexistisch ist, sondern auch, weil an Einfluss gewinnt und die bürgerlichen Parteien in Europa ihn zur Kontrolle von sozialen Konflikten dann trotz aller Lippenbekenntnisse gegen ihn doch auch einsetzen. Ihrem Antifaschismus geht es eben nicht um größtmögliche Freiheit unter den bürgerlichen Bedingungen, sondern im Zweifelsfall um Ruhe und Ordnung für den Standortwettbewerb im Kapitalismus.

Jedem wahren Antifaschisten sollte es also um die „größtmögliche Freiheit unter den bürgerlichen Verhältnissen“ gehen.
Aber auch hier wieder: Man macht vermehrt darauf aufmerksam, dass die Parallelgesellschaften (auch) in der Kritik stehen sollten, eben alle, die vom demokratischen Musterbürger abweichen. Gegen den spricht ja auch erst mal wenig, nur dass er eben Grundlagen bietet für faschistische Ideologien. Die Faschisten und Islamisten scheinen eben doch eher die Bedrohung für die Demokratie zu sein.

Dagegen sollten wir das Spiel der Kulturkämpfer nicht mitspielen: Religionsfreiheit heißt dann zwar natürlich gleiche Rechte für alle, aber wir sollten uns maßgeblich für das Recht auf Freiheit von der Religion einsetzen. Statt noch mehr Religionsunterricht, Kirchen und Moscheen, etc. wollen wir eine radikale Säkularisierung. Machen wir uns nicht zum Diener der Pfaffen. Das Paradies gehört nicht ins Jenseits, sondern auf die Erde: Also Kirchen zu Trinkhallen, Moscheen zu Tanzschuppen.

Es geht ums Ganze und um den Kommunismus. Von wegen. Wer nach irgendwelchen Rechten fordert, will eben gerade keinen Kommunismus, sondern eine Obrigkeit, die ihm auch gewisse Dinge erlaubt, also Rechte gewährt wie bspw. Meinung oder hier: Freiheit vor Religion. Statt sich einfach von dem Mist freizumachen, den man nicht will, das zu tun, was man will, will man, dass ein Staat oder eine Obrigkeit das eben auch ins Recht setzt. Da tun die radikaler als sie oftmals sind, wenn sie mit ihren Kommunismus-Parolen aufkreuzen. Und oben meinte ich ja auch, wer den Kapitalismus nur als Grundlage reaktionärer Ideologien kritisieren kann, der kann sonst sicherlich nicht viel mehr an ihm kritisieren, wie man hier sieht, wenn man sich auf solchen Rechtsidealismus einlässt.

Ein linksradikaler Antifaschismus kann sich aber nicht in allgemeinen Phrasen verlieren. Vielmehr muss er von den realen Verhältnissen ausgehen. Und damit kann unser Antifaschismus auch vor der Linken nicht halt machen.

Denn die aktuellen reaktionären Projekte, mit denen regressive Bewegungen aller Couleur hausieren gehen gehen, sind auch innerhalb der Linken anzutreffen: Antiamerikanismus, nationalistische Globalisierungskritik, der Bezug auf Volk und Vaterland, der Hass auf Israel – all das lässt sich auch, von Linksruck bis zu Teilen der Linkspartei, finden. Hier sollte die Antifa klar Position beziehen. Nicht in identitären, antideutschen Abgrenzungsspielchen, sondern in politischen Auseinandersetzungen und Widersprüchen. Denn wer die Chancen der Rechten begreifen will, der muss sich anschauen was die Linken zu sagen haben. Und wenn sich das nicht mehr groß voneinander unterscheidet, wird es düster.

Statt jetzt aber eben konkret die realen Verhältnisse zu kritsieren, kritisiert man nur die verkehrten Kritiken an den Verhältnissen, Antiamerikanismus, Hass auf Israel usw. Man soll Position beziehen, aber nicht identitär wie die Antideutschen. Aber genau dann, wenn es einem vorwiegend um die Kritik am Antiamerikanismus geht und weniger um eine Kapitalismuskritik – von der man zwar immer schwafelt, sie aber nirgends bringt – der scheint auch mehr Parteigänger der USA zu sein als sonst was3. Aber das ist eben die Konsequenz des Antifaschismus, wenn die Demokratie immerhin nicht so schlecht ist wie der Faschismus, dann kann man sie auch verteidigen und muss sich gegen jeden Angriff auf sie empören.

Rassismus und Nationalismus, Rechtspopulismus und Islamismus sind immer nur der der schlechte Ersatz für den Traum, den die Welt der Menschheit so nachdringlich auszutreiben versucht. Als Antifaschisten rufen wir dazu auf, diesen Ersatzhandlungen heute und morgen mit der nötigen Militanz entgegen zu treten. Unser Ziel als Kommunisten aber bleibt es, diesen Kampf überflüssig zu machen.

Wo die Demokratie ihre Interessen bis zum Hindukusch verteidigt und auch sonst sich erfolgreicher als die Faschisten gibt, da ist ein Antifaschismus, der aber auch grundlegend schon falsch ist, überflüssig, wenn es einem um die Umwälzung realer Verhältnisse geht, zugunsten des Kommunismus.

  1. Ich würde allerdings bezweifeln, dass erstens jeder Antifa Kommunist bzw. Antikapitalist ist und zweitens auch eine vernünftige bzw. richtige Kritik am Kapitalismus hat. Denn wer den Kapitalismus nur ablehnt, weil Faschismus daraus folgt, der weiß auch gar nicht, was man oder wie man den Kapitalismus abschafft. [zurück]
  2. Dass ein Selbstschutz vor Faschisten nicht notwendig wäre, das soll hier nicht behauptet werden, falls man das mir hier vorwerfen will. Es ist aber ein Unterschied, ob man nur Selbstschutz betreibt oder sich den Kampf gegen diese Leute, die nur um die Macht kämpfen, zum politischen Programm und Hauptgegner macht. [zurück]
  3. Eine Kritik an Staaten, die sich nur auf einzelne Staaten beschränkt bzw. konstruiert, greift natürlich zu kurz und ist keine wirkliche Staatskritik, sondern eben moralisches Messen an der eigentlichen Aufgabe von Staaten. In dieser Weise ist Antiamerikanismus usw. auch zu kritiseren, aber nicht weil es diese Staaten oder Verhältnisse vor ihren reaktionären Gegnern zu verteidigen lohnt. [zurück]

11 Antworten auf “Kritik des Redebeitrags der „Autonomen Antifa [f]“”


  1. 1 ♥Tekknoatze 22. September 2008 um 14:22 Uhr

    Ich hab keinen Bock, wirklich keinen Bock, dir hier jetzt eine ausführliche Antowrt zuschreiben, deswegen nur ein kleiner Denkanstoß: Was meinst du wohl warum die [f] in …ums Ganze organisiert ist und nicht (nur) stumpfe Antifa-Arbeit macht? Hmm? Na?

    ♥Tekknoatze

  2. 2 Administrator 22. September 2008 um 20:34 Uhr

    Tekknoatze:

    Ich will auch nicht viel schreiben, nur: Ob die jetzt nur stumpfe Antifa-Arbeit machen oder nicht, spielt doch hier auch keine Rolle. Natürlich haben die irgendwie auch erkannt, dass Kapitalismus auch nicht so toll ist. Mir geht es ja aber auch um deren Argumente und Herangehensweise. Und die finde ich falsch, wie man oben sehen kann. Dass da eben doch noch ein Rechtsidealismus rauskommt, sowie die Verteidigung der Demokratie, ist eben schon ein Punkt, der kritisiert werden muss und sich nicht damit rechtfertigen lässt, dass sie ja nicht nur Antifa-Arbeit machen.

  3. 3 Administrator 28. September 2008 um 14:45 Uhr

    Wie „Anarcholiberale“ über meine Kritik hier diskutieren:
    Kritik am „Antifaschismus“ – von ganz links

  4. 4 Communism! 12. Oktober 2008 um 23:03 Uhr

    Ich stimme dir erst mal zu, den erste Absatz den du kritisierst, wuerde ich genauso kritisieren und da auch anders als Ums-Ganze sehen. Fuer mich ist Antifaschismus nicht der Kampf gegen die Grundlagen vom Faschismus blabla, fuer mich ist Antifa der Kampf gegen Nazis. Nicht mehr und nicht weniger. Und dabei will ich bewusst NICHT den Kapitalismus kritisieren.
    Und da finde ich deine Kritik auch falsch. Denn eine Antifa, die in jeden ihrer Aufrufe Kapitalismuskritik reinpackt, ist nicht buendnisfaehig und erreicht auch so erst mal niemand. Vernuenftige, kommunistische Kritik an dem ganzen scheiss Laden hier, die Menschen auch wirklich ueberzeugt, laesst sich meines Erachtens auch nicht in Aufrufen transportieren.(du forderst ja zumindest am Anfang deiner Kritik immer Kapitalismuskritik.)
    Also bleibe ich lieber dabei, mit den Demokraten zusammen Naziaufmaersche zu verhindern. Und dabei will ich mich auch von den Demokraten gar nicht unebdingt gross unterscheiden, ausser hoechstens darin, das ich die Faschos auf der Rueckfahrt zusammenschlage. Neben dieser Politik muss aber unbedingt auch das Feld soziale Kaempfe beackert werden, weil sonst ist Antifa tatsaechlich sinnlos.
    .

    Aber weiter kritisierst du, dass man die Demokratie in deinen Augen ja gar nicht verteidigen muss, da sie ja genuegend Scheisse am Hindukusch macht. In meinen Augen aber ist das falsch, denn wenn rechtspopulistische Stroemungen an Kraft gewinnen und es immer mehr Faschos werden, dann wird es einfach immer schwerer, wirklich emanzipative Politik zu machen. Insofern koennte man in meinen Augen die Verhaeltnissmaessigkeit von kommunistischer Agitation zu Antifaarbeit kritisieren(also wie viel Antifapolitik und wie viel kommunistische Politik eine Gruppe macht), nicht aber die Antifaarbeit an sich.
    Irgendwie scheint es mir so, als wuerdest du vergessen, das bestimme Gruppen eine bewusste Trennung zwischen Antifaarbeit und kommunistischer Politik vollziehen. (Z.B einige Gruppen aus dem IL-Spektrum und aus dem Ums-Ganze Spektrum.)
    Auch vernachlaessigst du den Punkt, dass du mit Antifa nun mal viele Jugendliche erreichst, die du mit ausdifferenzierter Kapitalismuskritik nun mal nicht erreichst.

  5. 5 Administrator 22. Oktober 2008 um 17:49 Uhr

    So, heute – wie versprochen – meine Antwort, da ich die Tage zuvor sehr wenig Zeit hatte und heute aufgrund gesundheitlicher Probleme der Arbeit fern blieb:

    Deine Position hier jetzt halte ich vielleicht für noch verkehrter als die, die ich hier zuvor kritisiert hatte. Da habe ich nämlich nur die Widersprüche des „Revolutionären Antifaschismus“ aufgedeckt. Dieser hat ja den Anspruch, dass Antifa der „Kampf ums Ganze“ sei, also mehr als nur bloße Anti-Nazi-Arbeit. Das bedeutet aber, dass man in diesen Kämpfen, die du an dieser Stelle trennst, Zusammenhänge sieht, sie also widerspruchslos zueinander stehen würden. Der „Revolutionäre Antifaschismus“, der sich zwischen Verteidigung der Demokratie und der Bekämpfung der Demokratie streitet, ist aber in sich einfach ein Widerspruch.

    Du trennst jetzt aber diese beiden Kämpfe. Das fände ich nicht mal so verkehrt, wenn du diesem antifaschistischen Kampf nicht so viel Bedeutung schenken würdest. Dass man sich gegen Faschisten wehren muss – wenn es drauf ankommt – dem würde ich gar nicht widersprechen wollen. Ich wehre mich ja auch, wenn ich von Privatpersonen bedroht werde. Aber bei Faschisten dichtet man noch mal eine ganz andere Bedrohung dazu, nicht nur die Bedrohung für den eigenen Körper oder gar das eigene Leben, sondern auch eine Bedrohung für die Demokratie. Und dass diese zu verteidigen wäre, dem würde ich eben hart widersprechen. Das Seltsame hier ist jetzt, dass du auch noch die Antifas hier kritisieren willst, wenn sie mal Staat und Kapital kritisieren. Warum? Weil das die Bündnisfähigkeit mit anderen Leuten verhindert. Lächerlich! Da muss man sich doch auch mal fragen, was die Bündnispartner denn da an den Faschisten kritisieren und sich dann mal selbst fragen, ob das einem denn taugt – deren Kritik. Diese Bündnisschließerei ist deshalb eben verkehrt, weil man da jetzt alle Uneinigkeiten mal vergessen will, Dinge, weswegen man die Demokraten tagtäglich kritisieren und angreifen könnte, weil sie jeden Tag eben diese Scheiße veranstalten, darüber streiten wie viel Soldaten im Ausland stationiert sein müssen, wie niedrig die Löhne und Sozialhilfe sein dürfen und müssen, wie viel Geld den Banken in den Arsch geschossen werden soll und was jetzt ja auch einige Antifas wieder stört, wie das Versammlungsrecht eingeschränkt werden soll. Und dann haben die auch noch eine Gegnerschaft zu den Faschisten, das ehrt sie dann wieder. Und wie recht sie da haben: Der Faschismus führte zu nationalem Miserfolg, stand kurz vor dem Untergang und hat sich auch noch tot gewirtschaftet. Und deshalb ist heute Demokratie, weil die sich doch wieder als national erfolgreicher dargestellt hatte. Wenn das mal nicht zu loben ist! Klar wirds hier polemisch, aber man muss doch mal einsehen, dass erstens Demokratie nicht deshalb gut ist, weil sie kein Faschismus ist und zweitens, dass die Demokraten eine blöde Kritik am Faschismus haben. Noch blöder: Der Staatszweck des Faschismus und der Demokratie ist der Gleiche, beiden – Demokraten wie Faschisten – geht es um den nationalen Erfolg, nur wollen sie diesen eben mit unterschiedlichen Mitteln erreichen. Jetzt aber zu denken, dass die Demokratie die Grundlagen für die komm. Revolution bietet, ist eben auch nicht richtig. Da ich es oben schon erwähnt hatte nur kurz zur Erinnerung: Meinungsfreiheit bspw. ist ja nicht dazu da, dass man kommunistisch agitieren kann, sondern dass man sich konstruktiv über die Staatsführung streiten kann. An kommunistischen Umtrieben kann der Staat kein Interesse mit seiner Meinungsfreiheit haben, dazu ist sie schließlich nicht da. Sobald nämlich die kommunistische Agitation praktisch relevant wird, dann ist mit allen Freiheitsrechten eben schnell Schluss. Dazu kams auch schon öfter in der deutschen Geschichte und der deutsche Faschismus ist auch ein Beispiel dafür. Damals in der Krise waren sich Demokraten und Faschisten auch mal ziemlich einig. Und jetzt Bündnisse mit Demokraten schließen. Das ging historisch schon immer nach hinten los (Textempfehlung: Gilles Dauvé – Wenn die Aufstände sterben).

    Wenn jetzt aber Rechtspopulisten und Faschisten stärker werden…
    Dann sollte man sich fragen, woran das denn liegt. Diese rechten Tendenzen kommen ja nicht aus dem Nichts, sondern deren Parteigänger nehmen Bezug auf die gegenwärtige Politik, die sie für verräterisch und verfehlt halten. Da sollte erst mal auffallen, dass, wer von Verrat spricht sich von den anderen gar nicht groß unterscheiden will. Ihm selbst scheint es um die gleiche Sache zu gehen, im Unterschied aber, dass er diese Sache besser erledigen will und meint, dass er das auch kann. Wer jetzt aber sich nur Sorgen um die „rechtspopulistischen“ Tendenzen macht, der sorgt sich ja – was auch sonst – um den Bestand der Demokratie*. Unwichtig wird da jetzt eben auf welchen Grundlagen diese rechten Tendenzen sich aufbauen. Wie groß diese Gefahren von rechts doch immer seien, versucht man damit zu erklären, wie viel Zustimmung sie doch immer bekommen bzgl. ihrer Positionen. Da macht man einen Fehler: Man meint, dass diese rassistischen und islamophoben Positionen keine demokratischen, sondern faschistische seien. Das ist falsch. Der Demokrat reproduziert doch selbst diese ganzen Ideologien, trennt die Leute zwischen In- und Ausländer und macht auf die Gefahr des Islams aufmerksam. Das vergisst man dann, wenn die Rechtspopulisten und Faschisten diese Themenfelder entdecken. Dann richtet sich der Blick nur noch auf sie. Aber ganau hier sieht man doch, wie es zu den rechten Tendenzen kommt und dass man das nicht getrennt vom demokratischen Alltag betrachten kann. Weiterhin müsste klar werden: Bündnisse mit Demokraten sollten da nicht in Frage kommen. Lieber mal das Übel an sich bekämpfen statt nach dem kleineren Übel zu suchen. Lieber mal die realen Verhältnisse bekämpfen statt sich nur oder vor allem die fiktive Bedrohung zum Gegenstand zu machen.

    Abschließend: Dass man Leute über Antifa leichter agitieren kann, halte ich für ein Gerücht. Das liegt daran, dass Leute diese Demokratie hier ganz okay finden, daran aber anzuknüfen, ist doch aber nur Faulheit. Sicherlich ist es schwerer Leuten klar zu machen, was am Kapitalismus stört, weil man in Schulen ja ganz anderes auch lernt. Aber gerade deshalb sollte sich die Agitation ja auch anders ausrichten. Leicht fällt es halt, wenn man schon an Feindbilder – und in der Demokratie ist das eben der Fascho von nebenan auch – anknüft, die bereits existieren. Und wenn es dann eben mal über Antifa hinausgeht, dann sind dieselben Leute eben schnell auch wieder weg.
    Andererseits ist es aber auch eine Lüge, wenn man meint, dass die Leute nicht auch kommunistisch agitiert werden könnten. Als würde der demokratische Alltag nicht genug Angriffsflächen bieten. Weiter oben habe ich ja ein paar Sachen aufgezählt und wenn es um die Bildung geht, dann gibts bei den Jugendlichen noch mal mehr Stellen, wo man agitieren kann. Aber seit wann ist denn die Antifa dort, wo es denn Konfliktstellen in der Gesellschaft gibt. Da macht man es sich leicht, dass die streikenden Arbeiter ja alle nationalistisch seien, Bildzeitung lesen usw. Wo man dann gut kommunistisch agitieren könnte, da sieht man die Antifa selten.

    * Übrigens: Die Rechtspopulisten sind ja gerade meistens keine Antidemokraten!

  6. 6 Communism! 02. November 2008 um 7:09 Uhr

    So, du scheinst mich nicht so ganz zu verstehen. Ich bin kein Antifa, mache aber auch! Antifapolitik. Ich weiss, was an Kapitalismus scheisse ist und warum.

    Deswegen gebe ich dir im Grossteil deines Textes recht, nur nicht in dem Punkt der Buendnispoltik. Grade weil Antifa ja nicht der Kampf ums Ganze ist, ist es mir moeglich, mit Buergern zusammenzuarbeiten. Was ihre Kritik inhaltlich ist, ist mir eigentlich egal(bis auf Ausnahmen). Solange es nur keine Abgrenzngen a la „Gewaltfreiheit“ gibt, ist alles ok. Das ist deine Kritik auch widerspruechlich, zum einen willst du keinen revolutionaeren Antifaschismus, zum anderen teilst du aber nicht die Schlussfolgerung daraus, dass es legitim ist, mit Buergern zusammenzuarbeiten(Stichwort: Isolation der radikalen Linken; mir waers auch lieber wenn wir die alle auf der Strasse wegsmashen.)

    Zu der Mobilisierungsfaehigkeit:
    Es gibt definitiv eine gewisse Mobilisierungskraft von Antifa, aber natuerlich hat auch ein Schulstreik oder zb. die Verhinderung einer Krankenhausprivatisierung Mobilisierungskraft. Trotzdem erreichst du niemanden mit ausformulierter Kapitalismuskritik jenseits der eigene Szene. Man kann als Gruppe aber auch eine gute Praxis in mehreren Politikfeldern haben(also neben Antifa, soziale Kaempfe/Bildung/Jugendarbeit/Theorie etc.)

  7. 7 Administrator 02. November 2008 um 15:02 Uhr

    Es stellt sich mir einfach immer wieder die Frage, warum ich mit Demokraten – auch wenn nur in diesen einen Kämpfen – zusammenarbeiten soll, wo die doch im Gegensatz zu den Faschisten in der Regierung sitzen und die ganzen Gesetze machen und über das Schicksal der ganzen Leute hier entscheiden. Mit denen soll ich gegen welche kämpfen, die noch gar nicht an der Macht sind. Dabei bieten die Leute in der Regierung mit ihrer Politik doch genug Angriffsflächen, so dass es doch mehr Sinn macht diese Ordnung anzugreifen, einfach deshalb schon, weil diese Scheiße existiert und weg muss.
    Jetzt geht es hier eben nur noch um die Praxis. Normalerweise soll für die Praxis die Theorie eine Grundlage sein; aus falscher Theorie folgt eine falsche Praxis. Hier teilst du zwar mehr oder weniger meine Kritik, folgerst daraus aber wieder die verkehrte Praxis bzw. versuchst diese zu rechtfertigen. Dabei denkst du ja nur logisch: Antifas alleine können keinen Naziaufmarsch aufhalten. Na und? So lange das der Staat kann, so lange das der Bürger und die Polizei kann, warum muss sich da noch eine Antifa mit diesem Feld belasten?

  8. 8 Communism! 02. November 2008 um 22:16 Uhr

    Also natuerlich koennen BuergerInnen/Polizei/Staat Faschisten davon abhalten, die Macht zu uebernehmen, und natuerlich sind sie auch alle gegen Faschos etc. Trotzdem koennen sie offentsichtlich national befreite Zonen oder eine rechte Hegemonie in bestimmmten Teilen Deuschtlands nicht verhindern. Das mag Metropolenlinke vielleicht nicht so betreffen, aber auch da gibs immer wieder Uebergriffe von Faschos. Also kanns auch nur gegen die weitere Zunahme von Faschos gehen,(die dann vielleicht bei genug Klugheit ja auch versuchen, dann Sozialproteste zu vereinahmen, also uns auch ein Subjkt unserer Politik versuchen, wegzunehmen.)und fuer eine antifashcistische Jugendkultur. Denn ich habe grade nochmal ueberlegt, es werden doch relativ viele Jugendliche ueber Antifa politisiert. In einem Ogranisieurngsprojekt namens „Jugendgruppe“ sind von 10Leuten 5 ueber Antifa politisiert worden. (Ich wurde uebrigens auch ueber Antifa politisiert). Grade weil in dieser Gesellschaft ja jeder gegen Nazis ist, kann man dann in einem grossen Buendnis Leute politisieren/radikalisieren.

  9. 9 Administrator 03. November 2008 um 20:29 Uhr

    „die [Faschos] dann vielleicht bei genug Klugheit ja auch versuchen, dann Sozialproteste zu vereinahmen, also uns auch ein Subjkt unserer Politik versuchen, wegzunehmen“

    Dann sollten Linke so schlau sein und sich vielleicht auch mehr bei den Sozialprotesten zeigen lassen. Mit denen will man ja aber oftmals als Antifa nichts zu tun haben, weil die ja eh nur „Wir sind das Volk“ schreien und sowieso rechtsoffen sind.

    antifaschistische Jugendkultur:

    Die sieht dann so aus, dass jeder Faschismus ablehnt und Mob Action trägt. Da lobt man halt eine Jugendkultur, die sich eben als NICHT faschistisch auffasst. Das ist lobenswert genug. Dass so manche antifaschistische Jugendkulturen nach meinen Erfahrungen trotzdem oft ziemlichen Schrott vertreten, ist egal. Sind halt keine Faschos, also erst mal gut. Und das ist das Wesentliche bei diesen Jugendkulturen. Um Argumente gehts da nicht oder um vernünftige linke Positionen. Weil Deutschland voll mit Nazis sei, muss erst mal wichtig genug sein, dass jemand kein Faschist ist – aus welchen Gründen auch immer. Sowas ödet mich einfach an. Ich habe in meinem Leben einfach ganz andere Probleme. Wäre ich nicht schon „politisiert“, so würde ich heute sicher nicht auf antifaschistischen Aktivismus anspringen, da meine acht Stunden Arbeit mit dem Zeug erst mal nichts zu tun haben.
    Dass das immer wieder als Argument betrachtet wird, durch Antifa könne man die Jugend politisieren. Richtig, Leute zu finden, die keine Faschisten sind, ist nicht schwer (übrigens ein Grund, wo die Antifa in ihren Motiven sich doch selbst blamiert, wenn es doch so viele Antifaschisten schon gibt), dass Antifas dann aber immer gleich aber Kommunisten oder Anarchisten sind, ist falsch. Da habe ich erstens von manchen Antifas einfach ganz andere Positionen rausgehört – das mögen Einzelfälle sein – zweitens aber lese ich eben in fast jedem – also eher keine Einzelfälle – Antifa Aufruf eine total verkehrte Kritik an den Verhältnissen raus.

    Zu den Bündnissen:

    Lustig, was ich heute in der jungen Welt gelesen habe:

    Es wäre zu wünschen, daß CDU und Linke zu solchen Themen gemeinsame Erklärungen verabschieden könnten. Es ist eine Lehre aus dem Faschismus, daß im Kampf gegen Rassismus und Faschismus Antifaschisten unterschiedlicher politischer Herkunft zusammenstehen müssen.

    In dem Artikel ging es gerade noch darum, dass ehemalige Nazis für die CDU im Landtag sind. Mit denen will man dann den antifaschistischen Kampf machen? Nein, so blöd vielleicht nicht. Aber mindestens mit denen von der CDU, die keine Nazis sind oder waren, gegen die Nazis vorgehen. Da will man immer und immer wieder mit den Leuten zusammenarbeiten, die doch den Nazis selbst schon ihren Rassismus beigebracht haben. Da fragt man sich gar nicht mehr, warum gibt es Nazis oder wie kommen die auf ihre Ideologien. Sie sind einfach da und müssen bekämpft werden. Falls das nicht klappt, dann eben mit Leuten, die wir eigentlich auch bekämpfen sollten, die Nazis bekämpfen. Die Nazis sind bei der alltäglichen Politik einfach immer die Leute, die einen Antifaschisten am Meisten stören. „National befreite Zonen“ sollen natürlich verhindert werden. Angriffe auf Asylantenheimen sollen abgewehrt werden. Der Ausländer soll schließlich auch in der bürgerlichen Gesellschaft für seine soziale Stellung respektiert werden. Der soll der „Neger“ in der Gesellschaft bleiben und dem darf natürlich keine Gewalt angetan werden.
    Nur um nicht misverstanden zu werden: Personenschutz ist sicherlich sinnvoll. Allerdings blamiert sich der Personenschutz, wenn man gleichzeitig mit Leuten aufmarschiert, die täglich durch ihre herrschende Politik dem Ausländer seine Lebensgrundlagen ruinieren.

    Ein Satz noch zu dem:

    „Trotzdem koennen sie [Polizei, Staat, Bürger] offentsichtlich national befreite Zonen oder eine rechte Hegemonie in bestimmmten Teilen Deuschtlands nicht verhindern.“

    Vielleicht haben sie daran auch gar kein Interesse. Trotzdem Bündnis?

    Ich will dazu jetzt auch nicht mehr viel schreiben, da wir uns bald nur noch im Kreis drehen werden. Du hälst es nach wie vor einfach wichtig gegen Faschisten etwas zu unternehmen. Dabei ist dir kein Bündnis mit dir nützlichen Vollidioten zu Schade. Da geht es eben immer wieder darum in dem „Sumpf“ noch Leute zu finden mit denen man doch irgendwie gegen Faschisten kämpfen können müsste. Den Sumpf kritisiert man zwar auch, kann aber trotzdem aus ihm noch seltsamerweise irgendetwas sauberes herausziehen, mit dem es sich scheinbar lohnt gegen den dreckigeren Sumpf zu kämpfen. Da folgt einfach ein Widerspruch nach dem anderen. Auch wenn man den Widerspruch damit versucht zu relativieren, da man ja doch auch den Sumpf als Ganzen kritisiere. Das bezweifle ich immer mehr, wo die Faschisten immer als so große Gefahr bezeichnet werden.

    Deutsche Antifa

    Viel Spaß beim Politisieren.

  10. 10 Communism! 06. November 2008 um 19:48 Uhr

    1.“Dann sollten Linke so schlau sein und sich vielleicht auch mehr bei den Sozialprotesten zeigen lassen. Mit denen will man ja aber oftmals als Antifa nichts zu tun haben, weil die ja eh nur “Wir sind das Volk” schreien und sowieso rechtsoffen sind. “
    Das ist doch jetz nur reine Polemik, und so eine Praxis habe ich jedenfalls auch nicht.

    2. Es gibt ja Konzept wie Jugendantifa nur, um Jugendlich zu politisieren und ueber Aktivismus zu behalten. Das irgendwann der Sprung zu einer progressiveren Gruppe kommen muss, ist klar. Aber genau da kann man wunderbar Leute gewinnnen. Natuerlich ist kein Jugendlicher der ueber
    Antifa politisiert wurde, von Haus auf Kommunist.(Alle Antifas die ich kenne, bezeichnen sich uebrigens selber als Anarchisten/Kommunisten. Nur fehlt es ihnen hauefig an entsprehcender Praxis/Kritk.
    3. Jugendkulturen sind natuerlich nur da wichtig, wo es rechte Nazijugendkulturen gibt. (denn ohne antifashcistsiche Jugendkultur zb. in Doerfern in Sachsen Anhalt, wird es ganz schwer, linke Politik zu machen. Weil dann gibt es wahrscheinlich eine rechte Jugendkultur)
    4. Mein Satz mit den national befreiten Zonen, den du im letzten Satz kritisierst hast, sollte nur die Notwendigkeit von antifashcistsciher Politik auch von ganz Links sein(um eben zu zeigen, dass es die Buerger/Staat ja offentsichtlich nciht doch immer schafft, wie du behauptest hast.)
    5. ich wuerde dir dahingehend zustimmen, dass man mit Antifa keine lohnarbeitenden Menschen politisiert. Das man da auch eine andere Praxis haben kann, kann ich nur nochmal wiederholen (auch wenn du mir das anscheinend nicht glauben willst (http://www.avanti-projekt.de/)

    6.Fuer mich folgt bei den Buendnissen kein Widerspruch. Der DGB oder die Gruene Jugend und ich haben in den Nazis ein gemeinsamen gegner, und da helfen sie mir bei der Bekaempfung von diesen. Warum sollte ich nicht mit ihnen zusammenarbieten? Das ist mir lieber als sektiererische Antifas, die ausser ihrem Szenesumpf sowieso niemanden erreichen. Das es in Buendnissen aber auch immer eine Grenze gibt, ist klar.

  1. 1 Auf den Spuren der Republik | » Die undemokratische Fratze zeigte sich in Köln Pingback am 21. September 2008 um 23:43 Uhr
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