Archiv für November 2008

Kapitalismuskritik heute

Heiner Geißler bei einem Interview in der taz:

[…] Bisher profilierte sich Merkel vor allem mit Themen wie Familie, Umwelt oder Bildung. Zählt das in der Krise noch?

Diese Themen sind doch unverändert wichtig. Eine Wirtschaft, die ihre Geschäfte ohne Rücksicht auf die Umwelt betreibt, ist genauso verwerflich wie der nackte Kapitalismus. Oder nehmen Sie die Bildung. Die Sanierung von Schulgebäuden, in denen der Schimmel an den Wänden hochkriecht, wäre ein besseres Konjunkturprogramm fürs Handwerk als Großprojekte, von denen nur Konzerne profitieren.

Reicht das für die Wahl?

Die CDU muss vermeiden, dass sie in eine Falle läuft. Deshalb sollte sie sich im Wahlkampf für die soziale Marktwirtschaft aussprechen – und gegen den Kapitalismus. Wenn sie langatmige Erklärungen abgibt, warum der Kapitalismus teilweise doch etwas Richtiges hat, kommt sie in ein unlösbares Dilemma. Sie muss einen klaren Trennungsstrich ziehen zwischen dem Kapitalismus und dem, was sie schon immer gewollt hat. […]

Gegen Kapitalismus sein heißt heute gegen den „nackten“ Kapitalismus sein und für Geschäfte zu sein, die auch mal ausnahmsweise etwas mehr Rücksicht auf Mensch und Umwelt nehmen. Der beste Kapitalismus ist immer noch der, der seine Grenzen kennt, das Geschäfte machen aka das Profit wirtschaften durch Ausbeutung menschlicher Arbeitskräfte, was die Grundbestimmung der kapitalistischen Produktionsweise ist, kommt wie immer ganz gut aus dem Schneider. Es geht um einen Kapitalismus, der auch auf Dauer funktioniert. Das nennt sich dann soziale Marktwirtschaft und hat mit (Manchester-)Kapitalismus gar nichts mehr zu tun.

Jour Fixe in Karlsruhe, 04.12.08, Krise und Staatskritik

Die AG Soziale Kämpfe lädt zur Diskussion ein:

2. Jour Fixe: Krise und Staatskritik:
„Der Neoliberalismus ist gescheitert. Verspricht der Keynesianismus
Lösungen?“

Donnerstag, 04.12.2008, 20.00 Uhr, Planwirtschaft (mehr…)

Staatskapitalismus sagt alles

Ich hab mir vor einem Jahr von Nelke das Buch „Der Terror des Kapitals – eine rätekommunistische Streitschrift“ gekauft und vor kurzem zu Ende gelesen. Das hat etwas gedauert, weil inhaltlich das Buch nicht so sehr viel hergegeben hat und ich daher parallel mich lieber wichtigeren Lektüren widmete. In dem Buch standen aber ein paar Dinge, die ich kurz kommentieren will. Mich interessierten die Positionen von Räte- wie Linkskommunisten und deren Kritik am Realsozialismus, da ich mich damit noch nicht so ausführlich auseinandergesetzt habe. Dabei fande ich jedoch einige seltsamen Argumenationsweisen. Es drehte sich immer um den Staatskapitalismus, den man anfangs mal kurz umschrieben hat, was man darunter versteht, was später dann nur noch dazu dienen sollte, dass der Begriff „Staatskapitalismus“ selbst das Argument sei und man wechselte dann auch noch oft sprunghaft den Gegenstand vom Privat- zum Staatskapitalismus und versuchte beinahe zu zeigen als ginge es da bei beidem um das Selbe1. (mehr…)

Adorno…

…hätte bei so was längst die Polizei gerufen. (mehr…)