Archiv für Januar 2009

27.01.09 | Karlsruhe | Einführung in Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie

Der Kapital-Lesekreis in Karlsruhe lädt zu folgender Veranstaltung ein:

Vortrag mit Ingo Elbe: Einführung in Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie

Das Werk von Karl Marx erlebt derzeit vordergründig eine Renaissance. Marx wird in populären Umfragen zum ‚wichtigsten Philosophen des Jahrtausends’ oder zum ‚drittbesten Deutschen’ gekürt. Theaterstücke und Filme mit Titeln wie ‚Das Kapital Band 1’ werden aufgeführt und kaum ein Feuilleton der großen Zeitungen kommt angesichts der weltweiten Krise ohne eine Erwähnung von Marx aus. Doch den wissenschaftlichen Gehalt der Marxschen Theorie erahnen die meisten Rezipienten nicht einmal. Sie halten sein Hauptwerk „Das Kapital“ für eine doch eher verstaubte Variante der klassischen politischen Ökonomie, vielleicht noch mit einer treffenden Prognose der ‚Globalisierung’ und einem Blick für ‚soziale Ungleichheiten’ ausgestattet.

Doch „Das Kapital“ führt den Untertitel „Kritik der politischen Ökonomie“. Damit ist nicht nur die Kritik einzelner ökonomischer Theorien des 19. Jahrhunderts gemeint, sondern eine radikale Infragestellung der Grundannahmen bürgerlicher Gesellschaftswissenschaften und Legitimationsideologien, wie sie noch heute den wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs prägen.

Der Vortrag soll in die Grundintentionen der Marxschen Ökonomiekritik einführen und diese zugleich von den verzerrten Deutungen des traditionellen Marxismus und Antimarxismus abheben.
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Wann: Dienstag, 27. Januar, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Planwirtschaft, Werderstr. 28
Veranstalter: Kapital-Lesekreis

Weitere Infos zu dem Referenten gibt es unter:
http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/

Finanzkrise tötet Milliardär Merckle. Ohne große Geschäfte kein Leben. Für einige Leute mehr bedeuten gerade diese Geschäfte schlechtes Leben, schlechte Geschäfte natürlich auch. Sicher nicht das größte Opfer der Krise, dieser Merckle.

14.01.09 | Karlsruhe | Der Staat will die Banken retten – warum?

Die AG Soziale Kämpfe lädt Dr. Theo Wentzke vom GegenStandpunkt zu folgender Veranstaltung ein:

Der Staat will die Banken retten – warum?

Jetzt, wo das Finanzsystem zusammenkracht, manche Bank bankrott ist und sich Geldvermögen im Billionen-Dollar-Bereich in Luft auflösen, ist der Staat als Retter gefordert. Politiker und Meinungsmacher von rechts bis links finden das „neoliberale Dogma“ blamiert, demzufolge sich die Märkte selbst regulieren. Nur das „kraftvolle Handeln der politischen Macht“ könne die Katastrophe noch bremsen. Allerdings ist die Auffassung, der Staat habe sich bisher aus dem Finanzsektor herausgehalten, verkehrt, weil der Staat in diesem Sektor und seinem Treiben immer schon drinsteckt und ihn kontrolliert. Der Staat macht die ganze Gesellschaft von der Macht des Geldes abhängig und stattet so die Banken mit der Macht aus, mit der sie das ganze wirtschaftliche Leben zum Mittel ihrer Profite und ihres Wachstums machen dürfen. Der Staat rettet, wenn er das Finanzsystem rettet, sein Geschöpf und damit die „Marktwirtschaft“, also den Kapitalismus.

Rechte wie Linke reden von einer „größeren Rolle der Politik in der Wirtschaft“. Die Rechten im Ton der Warnung: Da drohe die Rückkehr des Sozialismus. Zu viel Staatseinfluss werde die Kräfte des Marktes schwächen. Linke Wortmeldungen begrüßen eine stärkere politische Kontrolle über die (Finanz )Wirtschaft als einen Schritt zum Sozialismus, den sie sich schon früher gewünscht hätten. Wissen beide Parteien überhaupt, wovon sie reden? Liegt denn nicht auf der Hand, wofür die „größere Rolle des Staates“ da zum Einsatz kommt? Für die Rettung des Finanzkapitals! Es geht um den Erhalt der Geldvermögen, ums Funktionieren der Banken und um die darauf gegründete Geldmacht Deutschlands, die im Gegensatz zur Geldmacht der anderen Nationen steht. Rettung des Finanzsystems, staatliche Eingriffe und Regulierung – das
alles tut die Regierung, damit es so weitergehen kann wie vor der Finanzkrise.

Es gibt eine Menge zu erklären an dem Wahnsinn, dem der Normalmensch als Zaungast beiwohnt, für den er als mitdenkender Staatsbürger in Anspruch genommen wird und wobei er als Lohnabhängiger für die Bewältigung der Wirtschaftskrise eingeplant ist:

Was hat der Staat von den Banken, dass er sie – koste, was es wolle – retten will? Was soll denn wieder funktionieren? Der Staat soll versagt haben bei der Kontrolle der Banken, ihnen viel zu viel Freiheit gelassen, jetzt kümmere er sich – endlich – wieder darum. Stimmt das? Was ist das Verhältnis von politischer Macht und privatem Finanzgeschäft?

Wann: Mittwoch, 14. Januar, 19 Uhr
Ort: Karlsruhe, Planwirtschaft, Werderstraße 28
Referent: Dr. Theo Wentzke (GegenStandpunkt)
Veranstalter: AG Soziale Kämpfe

Wie wäre es mit Krawallen in Deutschland?

Polizist erschießt gesuchten Mann in Brandenburg. Aber keine Angst, in Deutschland starten deshalb keine Riots wie in Griechenland. Da sind sich einige Leser bei Indymedia einig.

bevor ich nicht weiß was der verbrochen hat bewerte ich das nicht.

Manchmal darf der Staat halt den Menschen doch mal Gewalt antun.

Antideutsche Unterstellungen

Hier werden alle radikalen Linken dazu aufgefordert sich von der Hamas zu distanzieren. Warum sollte man sich von jemanden distanzieren, mit dem man nichts zu schaffen hat? Da wird ja wie üblich gleich jedem Kritiker militärischer Agressionen – in diesem Fall seitens Israels – unterstellt ein Symphatisant der Hamas zu sein. Solchen Unfug sollten die antideutschen Israelfahnenschwenker mal bitte sein lassen, wenn man sein Anliegen nicht noch mehr ins Lächerliche ziehen will.

Diese Veranstaltung kann nur aus einem antisemitischen und antizionistischen Impetus heraus entstanden sein, denn um den Krieg und dessen Opfer scheint es den Veranstaltern nicht zu gehen. Schließlich scheinen der Georgienkonflikt und andere Krisenherde die veranstaltenden Gruppen nicht zu interessieren.

1. Den Antideutschen ist doch jedes Opfer egal, wenn diese notwendig sind Israel zu verteidigen (israelische Soldaten, die für ihr Vaterland sterben müssen mit eingeschlossen), oder nicht?
2. Woher die Annahme den Friedensdemonstranten geht es um eine Delegitimierung Israels, wo es denen doch tatsächlich um die Opfer geht, weswegen sie den Krieg ablehnen?
3. Wenn Antideutsche die Verantwortlichen für Krieg und Gewalt woanders verorten, also eigentlich gegen Krieg sind (?), wo waren sie dann beim „Georgienkonflikt“? Und woher die Annahme die Friedens“bewegung“ hätte sich da nicht zu Wort gemeldet? Zumindest in meiner Stadt hat sie das oder auch nur weil da amerikanische Interessen mitspielten? Wer weiß.
4. Aus der alleinigen Annahme, dass die Friedensfreunde nicht gegen alle Kriege der Welt demonstriert haben, können Antideutsche den Schluss daraus machen, dass ihnen der Krieg Israels also auch ziemlich egal sei und sie dies nur zum Anlass nehmen ihren latenten Antisemitismus ausleben zu lassen. Sicher ist, dass die Antifa Mönchengladbach ihre lokale Friedensbewegung kontrolliert hat und weiß wer genau bei welcher Friedenskundgebung war. Davon gehe ich mal aus, wenn man solche Dinge unterstellt. Wäre ja auch zu blöd, wenn es nur Erfindungen wären.