Antideutsche Unterstellungen

Hier werden alle radikalen Linken dazu aufgefordert sich von der Hamas zu distanzieren. Warum sollte man sich von jemanden distanzieren, mit dem man nichts zu schaffen hat? Da wird ja wie üblich gleich jedem Kritiker militärischer Agressionen – in diesem Fall seitens Israels – unterstellt ein Symphatisant der Hamas zu sein. Solchen Unfug sollten die antideutschen Israelfahnenschwenker mal bitte sein lassen, wenn man sein Anliegen nicht noch mehr ins Lächerliche ziehen will.

Diese Veranstaltung kann nur aus einem antisemitischen und antizionistischen Impetus heraus entstanden sein, denn um den Krieg und dessen Opfer scheint es den Veranstaltern nicht zu gehen. Schließlich scheinen der Georgienkonflikt und andere Krisenherde die veranstaltenden Gruppen nicht zu interessieren.

1. Den Antideutschen ist doch jedes Opfer egal, wenn diese notwendig sind Israel zu verteidigen (israelische Soldaten, die für ihr Vaterland sterben müssen mit eingeschlossen), oder nicht?
2. Woher die Annahme den Friedensdemonstranten geht es um eine Delegitimierung Israels, wo es denen doch tatsächlich um die Opfer geht, weswegen sie den Krieg ablehnen?
3. Wenn Antideutsche die Verantwortlichen für Krieg und Gewalt woanders verorten, also eigentlich gegen Krieg sind (?), wo waren sie dann beim „Georgienkonflikt“? Und woher die Annahme die Friedens“bewegung“ hätte sich da nicht zu Wort gemeldet? Zumindest in meiner Stadt hat sie das oder auch nur weil da amerikanische Interessen mitspielten? Wer weiß.
4. Aus der alleinigen Annahme, dass die Friedensfreunde nicht gegen alle Kriege der Welt demonstriert haben, können Antideutsche den Schluss daraus machen, dass ihnen der Krieg Israels also auch ziemlich egal sei und sie dies nur zum Anlass nehmen ihren latenten Antisemitismus ausleben zu lassen. Sicher ist, dass die Antifa Mönchengladbach ihre lokale Friedensbewegung kontrolliert hat und weiß wer genau bei welcher Friedenskundgebung war. Davon gehe ich mal aus, wenn man solche Dinge unterstellt. Wäre ja auch zu blöd, wenn es nur Erfindungen wären.


19 Antworten auf “Antideutsche Unterstellungen”


  1. 1 xxx 02. Januar 2009 um 1:31 Uhr

    so einen müll kann auch nur jemand zusammenschreiben, der entweder dumm ist oder noch nie eine pali soli demo gesehen hat. ausgerechnet diesem pöbel zu gestehen, dass es ihnen ja „tatsächlich um die Opfer“ und nicht etwa um nationale interessen und andere ideologien geht, mutet ziemlich seltsam an. aber gegen die bösen antideutschen ist dir anscheinend jede projektion recht. denen sind ja die opfer, die durch kriege israels anfallen, vollkommen egal und werden dann noch verhöhnt. schließlich haben die antideutschen ja die kälte der bürgerlichen rationalität gegenüber den menschen verinnerlicht, weil sie sich ja irgendwie mit israel engagieren und eine abtrakte staatskritik nicht mehr durchziehen. das liegt vielleicht daran, dass du persönlichen kontakt zu „antideutschen“ nur über die fahnenschwenkende kindergartenfraktion hast, was aber nichts über den wahrheitsgehalt einer materialistischen antideutschen kritik aussagt, oder aber eben einfach deine gedachte identität der antideutschen mit blödsinn füttern willst.
    ich will hier nicht den bescheuerten phrasenhaften text der besagten antifa gruppe verteidigen, aber deine „kritischen“ anmerkungen taugen einfach nichts, sind ressentiment.

  2. 2 lahmacun 02. Januar 2009 um 10:12 Uhr

    Kritiker militärischer Agressionen – in diesem Fall seitens Israels –

    vllt liegt da der hund begraben? ist ja nicht so, dass die hamas und co pazifisten wären … den krieg begonnen hat eben nicht ‚nur‘ israel. aber gegen durchgeknallte raketenschießer, die am liebsten auf zivilisten schießen, demonstriert ja niemand. (oder ist mir was entgangen?)

  3. 3 Manometer 02. Januar 2009 um 14:20 Uhr

    Du verzapfst hier in deinem blog aber auch eine menge müll, ne ?

  4. 4 Administrator 02. Januar 2009 um 20:23 Uhr

    xxx:

    Mir ist in noch keinem Text von antideutschen Gruppen oder Individuen oder bei Diskussionen mit Antideutsche aufgefallen, dass die es als Übel begreifen würden, wenn Leute auf der „anderen“ Seite sterben. Darum geht es ihnen einfach nicht. Es geht nur nicht, dass da Leute Israel und seine Bevölkerung angreifen. Dafür werden dann einige Gründe gebracht von wegen, dass der ein Existenzrecht hat, sich also verteidigen darf und als Linker hätte man das zu unterstützen, weil es der Schutzstaat der Juden ist. Ich teile wie bekannt diese Solidarität mit Israel nicht. Nicht weil ich es den Juden nicht gönnen würde sich selbst zu verteidigen, sondern weil ich meine, dass Schutz durch einen Staat, der sein Volk als Menschenmaterial begreift, also seine Nutzung im Blickfeld hat, im eigentlichen Sinn kein Schutz sein kann. Deshalb meine erste Frage oben im Text.
    Und ich glaube ich kenne genug Antideutsche, die sich für jedes antideutsche Individuum sehr unterscheiden mögen. Das ist der Grund, warum alle immer so genervt sind, wenn man von DEN Antideutschen spricht. Trotzdem haben die eben mit ihrer Israelsolidarität etwas gemeinsam. Und da kritisier ich eben gerade nicht nur die „Kids“, die nur die Fahnen schwenken, was manche antideutschen ja auch als identitäres Rumgetue kritisieren, ich kritisiere vor allem die Gründe, warum Leute meinen man müsse sich mit dem Staat solidarisieren und eben bei dem Staat dann bei ihrer „tollen“ Staatskritik eine Ausnahme machen. Da frag ich mich manchmal, was überhaupt deren Staatskritik ist.
    Ansonsten kenne ich solche Demos und kritisiere mit Sicherheit auch palästinensischen Nationalismus. Gerade eben lief ich an einer Kundgebung solcher Leute vorbei und das Flugblatt von denen, auf welchem sie eine Demonstration morgen ankündigen ist auch bescheuert. Da wird sogar der Holocaust relativiert. Da steht, dass man die ganze Zeit an die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges erinnert, das wäre zwar gut so, aber jetzt meinen sie, dass man dabei dann vergisst, dass sowas heute auch in Gaza passiert. Sicherlich ist das Scheiße, für mich aber kein Grund sich mit Israel zu solidarisieren. Ich kritisiere auch Leute, die Ressentiments gegen Israel pflegen und auf deren Imperialismus mit einem beleidigten Nationalismus reagieren. Nur war das für mich nie zeitgleich ein Grund dafür mich mit Israel zu solidarisieren.

    lahmacun:

    Ich hab auch nicht gesagt, dass das Pazifisten sind. Es geht mir allein darum, wie die Friedensdemonstranten in dem Flugblatt dargestellt werden. Und da treffen diese blödsinnigen Unterstellungen eben überhaupt nicht zu. Die Demonstranten sind eben für Frieden und denen geht es auch um die Opfer. Aber „Deutschlinke“ halt.
    Die Frage wer einen Krieg gewinnt ist doch ziemlich blöde. Wenn man ein Gegner von Krieg und Gewalt ist, dann gilt das ohne Ausnahme.
    Ansonsten gibt es doch Leute, die gegen Raketenschießer demonstrieren – die Antifa Mönchengladbach. Sicher ist das eine Gewaltspirale, aber deshalb halte ich es eben schon für verkehrt sich für eine Seite der Gewalt zu entscheiden.

    Manometer:

    Beiträge, die inhaltlich nichts beitragen, lösche ich dann in Zukunft.

  5. 5 Administrator 02. Januar 2009 um 20:25 Uhr

    Bei lipstick schreibst du – lahmacun – ja übrigens auch ganz richtig:

    wenns um den nahostkonflikt geht, findet der durchschnittslinke gewalt und krieg wieder geil und gerechtfertigt; auf welcher seite er steht, ist dabei zweitrangig.

  6. 6 lahmacun 03. Januar 2009 um 2:10 Uhr

    Ansonsten gibt es doch Leute, die gegen Raketenschießer demonstrieren – die Antifa Mönchengladbach.

    da ich ja nicht sonderlich überzeugt bin vom konzept der demo – war natürlich ne reine stilfrage.

    aber diese antifa ist halt die eine seite (da mag ich auch nicht wirklich mitstapfen), dann gibt’s nen riesengraben, dann die andere seite. beide reden ständig vom „frieden“, schon klar. nur reden kann ich von viel. ich könnte der einen seite die daumen drücken, nur weil sie derzeit ’schwach‘ ist und (noch) nicht die mittel für nen (imperialistischen) krieg hat. ich könnte mir aber auch mal anschauen, was die vertreten – und dann wird’s zappenduster. wird ja nicht gut dadurch, dass ‚drüben‘ weniger opfer vorhanden sind (‚nur‘ xyz); dass der ‚gegner‘ überlegen ist; soll ich mitleid mit denen haben, weil sie noch keine ordentlichen staat haben, wo sich dann aus den herrschaftsunterworfenen ordentliches kriegsmaterial rauspressen lässt?

    also, entweder hält man nationalismus für verkehrt, oder eben nicht. wenn man ihn für verkehrt hält, tut man derzeit – bei all den linken, die nur zu gerne dem möchtegernstaat das däumchen drücken – gut daran, sich von der antikommunistischen hamas distanzieren. so wie man dann auch nicht behauptet, dass es mit nem staat (in dem fall israel) in richtung kommunismus geht.

  7. 7 Administrator 03. Januar 2009 um 14:52 Uhr

    Ich würde mir eben anschauen, was die da vertreten und das kritisieren. Und das kann man ja auf beiden Seiten, da man auf beiden Seiten ja Nationalismus findet. Die Junge Linke hatte dazu glaub mal einen Text, „Alle wollen Frieden und deshalb gibt es Krieg“. Das stimmt so halt auch nicht. Sicherlich, alle hätten nichts gegen einen Frieden, aber eben unter der Bedingung, dass ihre Interessen aufgehen. Umgekehrt muss man fragen, warum es Krieg gibt. Eben weil es zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen gibt bzw. sich ein Staatswille gegenüber einem anderen behaupten will. In diesem Fall aber ist die andere Partei ja gar kein Staat mit Armee usw. sondern eben eine Bevölkerung, die den militärischen Angriffen schutzlos ausgeliefert ist. Viele ziehen da dann aber den verkehrten Schluss daraus, dass sie selbst ja auch einen Staat bräuchten, um sich gegen Israel künftig besser wehren zu können. Dann würden sie jeden Angriff auf ihren Staat nicht dulden lassen, so wie es Israel momentan ja auch nicht macht. Das ist aber eben ein Übel von Staaten und sie sind eben auch ein Grund dafür, warum es Kriege gibt. Bei Israel wird dann oft behauptet, dass dieser Staat Krieg nur zum Zweck seines Schutzes – bzw. noch verkehrter zum Zweck des Schutzes seiner Bevölkerung – führen würde. Von Schutz kann man bei den ganzen Kriegen mitsamt ihren Auswirkungen aber kaum noch reden. Und Schutz der Bevölkerung ist eben deshalb ein Witz, weil die Bevölkerung doch gerade dazu eingesetzt wird seinen Staat zu verteidigen, egal auch ob man an der Front stirbt. Den Widerspruch gibt man sich da halt und deshalb ist es für mich nur noch unverständlich, warum das noch ein Argument für den Staat Israel sein sollen. Umgekehrt verstehe ich auch nicht, warum Leute meinen gerade Gründe gegen diesen einen Staat zu haben, da man doch Kriege nicht nur von Israel kennt und doch auch jeder Staat Krieg führen würde, um sich zu verteidigen.

    Mir geht es ähnlich wie dir aus den Gründen eben nicht darum da irgendwie Partei zu ergreifen, weil ich mit Nationalismus wenig anfangen kann. Trotzdem kann ich aber Israel an der Stelle kritisieren ohne gleichzeitig Leute wie Hamas kritisieren zu müssen. Umgekehrt kann ich die Hamas kritisieren ohne Kritik an Israel üben zu müssen. Ich weiß nicht, ob das der Punkt ist, der dich störte.

    Wir teilen ja wohl den Konsens, dass Nationalismus verkehrt ist. Warum ich mich aber zusätzlich von der Hamas distanzieren muss, bleibt mir weiterhin unklar. Du verlangst von mir doch auch nicht, dass ich mich von der NSDAP zu distanzieren hätte, weil du dir sicher denken kannst, dass ich wenig von der halte. Und wenn ich mich von der Hamas offiziell distanziert hab, was ändert das dann? Das klingt so als hätte ich mich jemals zur Hamas bekannt oder ein paar positive Worte über die verloren hätte, was eben nicht stimmt.

  8. 8 lahmacun 03. Januar 2009 um 16:58 Uhr

    Ich weiß nicht, ob das der Punkt ist, der dich störte.

    ja, hat sich aber jetzt doch geklärt, da ja schon recht deutlich rauskommt, dass du weder dem einen, noch dem anderen nationalismus etwas abgewinnen kannst.

  9. 9 Das geprüfte Argument 03. Januar 2009 um 18:55 Uhr

    Wir teilen ja wohl den Konsens, dass Nationalismus verkehrt ist.

    Da sei Dir mal nicht sicher. Ich krieg bei Laura eigentlich bisher kein Argument gg. Nationalismus mit. Bisher gleicht sie immer nur ab, was sich als anständiger Kommunist gehört: keine Parteinahme für Staaten, kein Nationalismus, kein Antisemitismus. Und so liest sich auch ihr letzter Kommentar: Sie ist zufrieden, dass Du auch keinem Nationalismus etwas abgewinnst. Was deine Gründe sind, ist dabei egal. Denn Du hast ja bisher auch keine genannt, insofern hat Laura gar nicht wissen können, welchem Inhalt sie zustimmt. Aber das ist für eine aufrechte Kommunistin, welche sie ist, egal, Hauptsache im Resultat bekennst Du Dich als Antinationalist. So redet man schön aneinander vorbei :-(

  10. 10 Administrator 04. Januar 2009 um 15:44 Uhr

    Was an Nationalismus verkehrt ist, war hier zunächst aber gar nicht so das Thema. Es ging mehr um die Unsinnigkeit bei dem Konflikt irgendwie Partei ergreifen zu müssen. Da habe ich immerhin etwas zu dem Widersoruch gesagt, dass Israel Schutzstaat der Juden wäre, da ein Teil der Israelis ja dafür draufzugehen hat, dass es an der Front sein Land verteidigt. Und am Nationalismus auf der anderen Seite habe ich kritisiert, dass diese aus selbem Grund ja auch einen Staat wollen, sich selbst besser verteidigen zu können. Da da aber eben weiterhin zwei unterschiedliche Interessen sind, gibt es eben Krieg. Das hätte man natürlich von meiner Seite aus noch weiter ausführen können, gut.
    Das Problem von Laura war, dass sie unzufrieden war, dass ich nur die Parteigänger Israels bzw. Israel selbst kritisiert habe, aber nichts zu der Gegenseite gesagt habe. Das ist ja aber deshalb Unsinn, weil man ja nur durch die Kritik der einen Seite die andere nicht rechtfertigt. Und da würde ich dir dann Recht geben: Sie war erst dann zufrieden als klar wurde, dass ich auch dem palästinensischen Nationalismus nicht viel abgewinnen kann, ohne zu wissen, was meine Argumente gegen diesen sind. Da ist es denn tatsächlich so, dass man nur den Konsens haben soll, dass sich Nationalismus nicht gehört ohne irgenwelche Argumente gebracht zu haben.

  11. 11 lahmacun 04. Januar 2009 um 17:44 Uhr

    ohne zu wissen, was meine Argumente gegen diesen sind.

    das elende ist, dass man „eurer“ meinung nach halt immer wieder alles auswendig aufsagen sollte, wie in ner sonntagsschule.

    weil ich mir ja nicht denken kann, was denn so die argumente eines gsp lesenden bloggers sind. genau so wird’s sein.

    das mit dem „nicht gehören“ („moral“) habt „ihr“ halt auch immer noch nicht verstanden. das hat was damit zu tun, dass man kommunikation durch schlagworte vereinfacht („nationalismus“, „kapitalismus“), wobei die kommunikationsteilnehmer in der regel wissen, wofür die schlagworte stehen. da „ihr“ das aber noch nicht nachvollziehen konntet, entsteht eben das obige problem („sonntagsschule“).

    ja, admin, was denkste, wieso ich gegen nationalismus bin? ja, was ist das denn überhaupt? was ist denn israel überhaupt? kapitalismus? was ist das? und warum soll ich mir das nicht einleuchten lassen? was ist denn ein admin und leuchtet mir das ein? argument?

    die wahrheit ist: ich bin ne katholin und strebe als solche nach ner päpstlichen weltherrschaft, und dabei sind mir staaten natürlich im weg.

  12. 12 Das geprüfte Argument 04. Januar 2009 um 19:12 Uhr

    Deine Denunziationsversuche in allen Ehren, Laura, aber diese Antwort zeigt einen Fehler Deinerseits auf.

    Du gehst offenbar davon aus, dass dein linkes Diskussionsgegenüber bei bestimmten Begriffen weiß, was der Inhalt der Begriffe ist. Dass dies ein einziger Quatsch ist, sollte dir in deiner Erfahrung mit den Linken mal aufgefallen sein: Da gibt es zig Auffassungen zu Staat, Kapitalismus, Rassismus etc. Insofern ist es schlicht fahrlässig, gerade im Internet, wo man die Leute gar nicht kennt, davon auszugehen, dass die alle ticken, wie man selber. Da wäre Nachfragen tatsächlich man angebracht oder eben gleich das Argument sagen, damit man Leute entsprechend überzeugen kann. Dein Ankacken gg. die „parteiischen Hohlköpfe“ hat mit Kritik nichts, mit Persönlichkeitspflege jedoch sehr viel zu tun: Schaut mal wie schlau ich bin, weil ich es drauf habe, mich auf keine Seite zu stellen.

    Im übrigen zweifel ich weiterhin an, dass wir uns einig sind in der Kritik des Nationalismus. Aber das kann ich letztlich natürlich nicht mit Sicherheit bestätigen, so lange du dich nicht dazu äußerst. Mach doch mal ne Ansage, statt zu Pöbeln.

  13. 13 börek 04. Januar 2009 um 19:27 Uhr

    Hallo lahmacun!

    Wenn du dich hier – wie auf deinem Blog – über israelische und palästinensische Nationalisten, wie deren Befürworter aus der Linken empörst und hier meinst es sei doch ohnehin klar, was unter Nationalismus bzw. der Kritik an ihm zu verstehen sei, dann möchte ich dich gerne fragen ob dir dabei kein Widerspruch auffällt: Ohne Argumente zur Sache zu liefern bleibt deine Empörung konsequenzlos. Wie soll jemand von einer Position abgebracht werden, wenn ihm oder ihr nicht erklärt wird, wo die Fehler des jeweiligen Stanspunktes liegen? Oder willst du damit nur die inhaltslose Zustimmung (besser: bloße Bekenntnisse) von jenen abverlangen, die dir so abstrakt gesehen („xyz find‘ ich scheiße“) noch zunicken mögen. Doch selbst dann kann es ganz unterschiedliche (mitunter falsche) Standpunkte zum Nationalismus geben, die ohne den Streit um den Inhalt von Nationalismus kaum zutage treten werden. Es stellt sich also für mich die Frage was für dich der zweck von Kritik ist.

    Wenn ich Kritik als Mittel dazu betrachte, jemandem eine falsche Ansicht nachzuweisen (zumindest lässt sich ja aus deinen Urteilen folgern, dass du etwas für falsch hälst) und diese bestenfalls noch zu beseitigen, dann muss ich meinen Standpunkt eben begründen. Sonst kann man sich die Urteile auch einfach sparen.

    Was mit dem Nationalismus und seiner Anhängerschaft ansteht ist eben etwas anderes als die Verletzung linker Ideale (wie es in deinen Augen der Fall zu sein scheint), sondern der Wille bzw. das Gutheißen dessen, sich einer staatlichen Gewalt unterzuordnen. Alleine das Faktum, dass eine staatliche Gewalt eingerichtet werden soll, legt nahe was hier ansteht: die Schädigung von Interessen. Denn: Würden die Leute nach ihrem eigenen Willen sowieso gewisse Handlungen begehen, dann bedarf es auch keiner Gewalt, die sie an irgendetwas hindern oder zu irgendetwas bringen müsste.

    Die Ausübung von Staatsgewalt dient dazu, gewisse Ordnungen zu etablieren bzw. aufrecht zu erhalten, denen sich das Staatsvolk fügen muss. Ob das ein kapitalistischer Staat ist, der das Eigentum herstellt und die Leute in Konkurrenz aufeinander loslässt / sie unter den Zwang der Lohnarbeit stellt, Imperialismus gegen andere Staaten betreibt etc. oder ob das ein Staat ist, der sich als Exekutivkraft des Wortes Gottes versteht oder was auch immer: das Einzelinteresse kommt darin nicht vor, sondern wird – wenn nötig mit Gewalt – dazu gebracht, sich zugunsten der jeweiligen Spielregeln zu verabschieden. Wer diesen Zustand kritisiert wird – je nach Wahl der Mittel – observiert oder bestraft (wer nach Konsequenzen der Kritik strebt (i.e. als Opposition zur Ordnung auftritt) wird allemal mit dem Strafvollzug konfrontiert). Das mal nur als Ansatzpunkt für eine hoffentlich stattfindende Diskussion über das, wofür sich Nationalisten so einsetzen.

  14. 14 lahmacun 04. Januar 2009 um 20:33 Uhr

    manchmal ist mir pöbeln lieber als die ewig gleiche leier. das ist das extrem unsympathische an den meisten bloggenden gsp-lesern: ihr schulmeistergehabe.

    jeder brav mal das abc aufsagen, gegebenfalls korrigiert der lehrer, dann nochmals brav vorne anfangen …

  15. 15 lahmacun 04. Januar 2009 um 20:35 Uhr

    Sonst kann man sich die Urteile auch einfach sparen.

    soweit kommt’s, dass du mir sagst, wenn ich wo welche urteile kundtu – mit oder ohne erläuterung für dummies.

  16. 16 Untertänigstes geprüftes Argument 04. Januar 2009 um 20:47 Uhr

    Dann bitte ich Dich höflichst: Bitte, bitte erläutere mir doch einmal, was Du an Nationalismus kritisierst. BITTE!

    soweit kommt’s, dass du mir sagst, wenn ich wo welche urteile kundtu – mit oder ohne erläuterung für dummies.

    Hmm, Du scheinst echt lesen zu wollen, was Du willst. Dir wollte keiner vorschreiben, wann und wo Du Urteile ablässt, sondern BÖREK hat dir erklärt, warum deine Tour letztlich keinen Erfolg für eine Kritik des Nationalismus bei anderen Leuten haben wird.

  17. 17 W.I. 04. Januar 2009 um 20:51 Uhr

    Ach lahmacun, sei doch einfach so ehrlich und geb zu, dass du den Nationalismus der Palis so wenig wie den der Israelis kritisieren kannst. Für die von dir penetrant betriebene Darstellung deiner linken Persönlichkeit tut es der Abgleich mit den Etiketten aus der linken Moralkiste (Antinationalismus! Antiseximus! Klassenkampf!) tatsächlich genau so gut und wahrscheinlich findest du unter den anderen linken Berufsjugendlichen ein paar Kontrahenten die sich mit dir auf eine derartige Scheißhausdiskussion einlassen.

  18. 18 ♥Tekknoatze 04. Januar 2009 um 21:12 Uhr

    lahmacun,
    Gepöbel in allen Ehren. Ehrlich.
    Wenn man sich deine Aktivität in den letzten Tagen mal so anguckt, dann ist dein Gepöbel kein »manchmal«, du pöbelst dich seit Tagen mit kommunistischen Standardparolen durch die Blogosphäre, brüllst hier Fehler und da falsch.
    Wenn man dich dann mal (hier oder bei ascetonym) auf diesen Sachverhalt anspricht dann kommt von dir der Beißreflex GSP zurück. Weiter pöbeln, auf inhaltliche Postings wie dem von börek oder DgA scheinst du nicht einzugehen brauchen, anscheinend hast du ja die Wahrheit. Und die auch gleich noch mit Schauffelbaggern verzehrt.
    Alles was wir bis jetzt wissen: Hamas doof, Israel doof.
    Nur weil das Schulmeistergehabe so mancher GSP-Blogger_innen auf den Geist geht wird dadurch das Weglassen von Argumenten (»ich habe meine Meinung ja schon«) nicht richtiger.
    Das stellt uns (also alle anderen) nur vor ein Problem, an der Wahrheit sind wir schon ziemlich interessiert. Wenn du deswegen 2-3 Häppchen abgeben könntest wäre die ideele Gesamtmenschheit dir zu tiefem Dank verpflichtet.

    ♥Tekknoatze (no GSP reader!)

  19. 19 faultier 04. Januar 2009 um 21:14 Uhr

    Liebe Laura!

    Ich wollte alles andere als dir eine Vorschrift erteilen. Schon gar nicht bezog ich mich darauf welche(!) Urteile du fällen sollst. Vielmehr wollte ich dich darauf hinweisen, dass wenn du Urteile fällst und damit etwas bezwecken willst, schon an eine Erklärung deines Urteils denken solltest.

    Bitte versteh das als Ratschlag, den du befolgen kannst oder nicht. Ich habe dir ein paar Argumente genannt. Sowohl dazu, warum es nützlich ist ein Urteil zu begründen, als auch zur Sache „Nationalismus“ (zugegeben nur angerissen, da ich nicht wusste ob du überhaupt diskutieren möchtest). Diese Argumente (wie alle anderen Argumente an anderer Stelle anderswo) kannst du dir ansehen, nachvollziehen und dann schauen ob du sie richtig findest oder nicht. Eine Vorschrift zu erteilen kann ein Argument gar nicht leisten.

    Ich versuche es aber mal anders zu erläutern. Bisher habe ich mich darum bemüht, dir meine Argumente dafür zugänglich zu machen, warum es nützlich ist, sein Urteil gegenüber Gegenpositionen zu begründen (damit diese nachvollzogen und bestenfalls angenommen werden können). Man kann es aber auch einfach so betrachten, dass du ja irgendwie zu deinen Urteilen gekommen sein musst, die du verkündest.

    Diese müssen – wie meine Argumente übrigens auch – keineswegs per se richtig sein. Es müsste dir doch aber möglich sein, den Weg wie du zu einem Urteil gelangt bist in Form von Argumenten hier darzustellen. Wenn du das nicht machst, können wir gar nicht rausfinden ob wir – wie du es scheinbar siehst – den Nationalismus aus gleichen Gründen ablehnst wie andere oder ob wir beide überhaupt das selbe darunter verstehen.

    Wenn dir aber ein Konsens gegenüber einer verkehrten Sache wichtig ist (das Anliegen scheint mir bei dir ja vorhanden zu sein), dann muss man schon schauen ob der überhaupt besteht. Wenn er nicht besteht, dann muss man die Differenzen anschauen und darüber diskutieren, welches die besseren Argumente sind. Man sollte, wenn man hiesige Zustände abschaffen möchte schon schauen, wo denn die Mängel liegen, prüfen ob der eigene Standpunkt richtig ist (in dem man die Argumente zur Debatte stellt) und anderen Leuten die Argumente schließlich mitteilen, warum es denn für sie von Vorteil wäre, sich für die Abschaffung von Staat und Kapitalismus einzusetzen. Stimmst du mir da wenigstens zu, dass man Leuten erst sagen muss, was falsch ist, damit sie von ihrem Lob gegenüber dem Laden runterkommen?

    P.S. Ich habe unter dem Namen Börek geschrieben weil ich mich erst danach entschieden habe, es doch mal mit diesem blogsport zu versuchen.

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