Archiv für Februar 2009

Dem alltäglichen Irrsinn entgegentreten

Über die Krise darf man keine Witze machen, meint die SZ. Martin Sonneborn sieht das anders (Interview vom 23.02.09): (mehr…)

Wir wählen auch!

Wir wählen auch

Und zwar:

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Edit: Kurz vor dem Pennen gehen, muss eben mein Paint-Kunstwerk herhalten und nicht meine beauftragten Copy-Shop Spezialisten.

Praktischer Antifaschismus

Polizei ist Antifa
Mein Beitrag zum Contest

Spenderniere von Nationalisten

Aus einer Diskussion in irgendeinem Forum:

Der Ausländer steht mir als Deutschem sehr viel weniger nahe als ein anderer Deutscher. Folglich ost er subjektiv gesehen für mich sehr viel wertvoller. Es bringt mir um einiges mehr Vorteile wenn er existiert. Du aknnst das damit vergleichen: Deine Tochter braucht eine Spenderniere ein Wildfremder ebenso. Würdest du die Niere dem Fremden geben?
Nein.(Der Deutsche ist die Tochter,der Fremde der Ausländer)

Ich meinte, dass das ja ein sehr beliebiges Beispiel wäre, da ich mit manchen Deutschen weniger gemein hätte als mit einigen Nichtdeutschen. Darauf wurde wieder geantwortet:

Wir sind im gleichen Land geboren, wir sprechen die gleiche Sprache, wir trinken morgens Milch zum Frühstück, wir haben verwandte Ahnen, wir sind beides Weiße, wir gehören dem gleichen Volk an,…(um nur einmal einige wenige banale Dinge aufzuzählen)
Kurz: Wir beide sind Kulturell verwandt. Wir (sollten) Teil einer großen Gemeinschaft sein welche heutzutage leider nicht existiert.

Du kannst mir glauben, ich würde dich einem Araber vorziehen der von mir eine Spenderniere benötigt.

Mal abgesehen davon, dass ich morgens Kaffee und keine Milch trinke, sind das wirklich banale Dinge, die er da aufzählt. Unterscheiden tun wir uns dann aber gerade wieder, dass ich es ablehne Teil seiner großen Gemeinschaft zu sein. Als undeutscher Deutscher – immerhin besser als ein undeutscher Undeutscher – hätte ich seine Niere aber schon mal sicher. Vielleicht wird aus einer echten deutschen Niere aus mir dann auch ein echter Deutscher.

Erfolgsgefühle fürs Proletariat

Aus einem Interview der SZ mit David Shipler:

sueddeutsche.de: Fürchten sie eine Massenverarmung?

Shipler: Das ist durchaus möglich. Allerdings haben diese Leute etwas, was kaum einer aus der alten Unterschicht hat: Fertigkeiten und Talente, die sich vermarkten lassen. Und wenn das auch nur bedeutet, früh aufstehen und Verabredungen einhalten zu können. Sobald sich die Wirtschaft erholt, werden diese Leute wieder auf die Beine kommen.

Hier muss im übrigen auch das Konjunkturprogramm ansetzen, an dem die Regierung gerade feilt. Wir brauchen ein intensives Jobtraining für die Unterschicht, damit diese Menschen ihre Defizite ausgleichen können. Bisher sind diese Leute einfach nicht wettbewerbsfähig in einer globalisierten Arbeitswelt. Es geht um Soft Skills. Pünktlichkeit, Kontrolle der eigenen Emotionen, insbesondere der Wut und die Fähigkeit, Anweisungen befolgen zu können. Eine Arbeitsethik, die auf gewisses Selbstbewusstsein voraussetzt. Die staatlichen Programme müssen Erfolgsgefühle vermitteln, so dass die Armen wieder Tritt fassen im Alltag.

Demonstrationen, wie sie zur Demokratie passen

Wie man in einer Demokratie zu demonstrieren hat, erfährt man hier.

So verhält es sich mit der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit:

Demonstrationen sind gut und wichtig, weil Minderheiten die Chance bekommen sich zu sammeln und zu zeigen, dass sie vielleicht doch keine so kleine Masse sind, wie gemeinhin angenommen wird.
Sollten die Demonstrationen nicht nur von Minderheiten, geführt werden, so vertreten sie Volkes Meinung und müssen damit natürlich erst recht von den Regierenden berücksichtigt werden.

Ein Auszug aus meinem Kommentar:

Erst ein mal nimmst du zur Kenntnis, dass es benachteiligte Minderheiten gibt. Die sollen das Recht haben sich zu versammeln und ihre Meinungen zu äußern. Nun ist aber genau das der Witz der Meinungsfreiheit: Dabei bleibt es erst mal. Zur Kenntnis genommen, dass es Missstände gibt, zur Kenntnis genommen, dass man diese auch noch kritisieren darf – nicht wie bspw. in Schurkenstaaten. Noch nicht mal müssen die Missstände aus der Welt geschaffen werden. Noch nicht ein mal, wenn eine Mehrheit protestiert. Dann müssen die Regierenden erst mal die kritische Stimmung im Volk “berücksichtigen”. Ob sie dann was ändern, ist bei dir hier noch nicht mal gesagt. Aber selbst wenn: So lange nicht das ganze Volk protestiert, kann es bei der Unzufriedenheit der “Minderheiten” bleiben. Immerhin dürfen die ja protestieren und auch mal bemerken, dass sie nicht so allein sind mit ihrem Hartz IV. Sie selbst dürfen den Missstand aber nicht aus der Welt schaffen. Wo der Staat nämlich aufherrscht, wie hier zu leben ist, darf Protest eben nur gewaltfrei bleiben. Sonst würden vielleicht die Leute mal diese beschissenen Verhältnisse aufkündigen und das kann es ja nicht sein!

Wer alles Terrorist sein darf…

…bestimmt unter anderem Wolfgang Schäuble. Wäre das nicht Missstand genug, dass es Leute gibt, die aufgrund ihrer Machtposition den – zu bekämpfenden – Feind nach ihren Vorstellungen definieren, so müsste man gegen die einzelne Person gar nicht so viel einzuwenden haben, als dass sie eben die Person ist, als Innenminister, die eben diese Sache erledigt. Nun sehen es aber ein paar Studenten in Karlsruhe anders: Nicht der ist Terrorist, der es laut Schäubles Definition ist, sondern Schäuble selbst ist einer. So viel haben nämlich Karlsruher Studenten1 gelernt:

Ein Terrorist muss nicht zwingend einen langen Bart oder einen Sprengstoffgürtel um die Taille haben.

(mehr…)

Updates:
- Im Downloadbereich wurde ein Text hochgeladen, der zu dem Papier („anschlag: Dezember 2008″) der Gruppe AG Soziale Kämpfe aus Karlsruhe ein paar kritische Anmerkungen beinhaltet.

- Ich habe auf der Linkliste auf meinem Blog, die Seite des Kapital-Lesekreis-Karlsruhe verlinkt. Die Seite befindet sich noch im Aufbau.