Archiv für April 2009

Die Wahrheit über den GegenStandpunkt

Da hier und anderswo1 immer mal wieder ein paar Gerüchte über die MG bzw. den GegenStandpunkt verbreitet wurden, die mehr von Diffamierung als von inhaltlicher Kritik zeugen, hier mal ein alter Bericht eines Zeugen, der Opfer dieser Sekte wurde:

Ich bin auch ein Opfer!
P. Decker 23.03.2006 – 17:47

Vor einigen Jahren – mittlerweile sind es mehr als zwei Jahrzehnte – klingelten diese Gegenstandpunktler – damals noch „Marxistische Gruppe“ – auch an meiner Tür, wollten mir eine Tütensuppe schenken. Man bekam sie aber nur geschenkt, wenn man sich mit ihnen über den Staat unterhält. Das Ende vom Lied war, dass ich für ein lebenslanges Abonnement unterschrieb. Außerdem wurde ich gezwungen, überall in Deutschland (wirklich „überall“ natürlich erst ab 1990) zu agitieren. Um mich vom Ausstieg abzuhalten, köderten sie mich mit einem braunen Saab und Bananen.

Das Belohnungssystem dieser Sekte ist wirklich sehr ausgeklügelt: man wird irgendwann vom „Prüfer“, zum „Sympathisant“, zum „Kandidat“ und letztlich zum „Mitglied“ und wird mit 72 Miezen belohnt. Zur Zeit bin ich Kandidat und ich kann nicht mehr weiter. Mein leben liegt in Scherben. USA, hilf uns doch, GSP gibts immernoch! Scheiß Politsekte!

(Ein Kommentar zur Recherchearbeit eines Verrückten)

  1. Ich bin gerade zu faul die ganzen albernen Diskussionen aufzulisten. Es gibt jedenfalls genug von dem inhaltsleeren Quatsch. [zurück]

Warum Anarchismus eben doch nichts als blöder Idealismus ist…

Auf diesem Blog wurden die letzten Tage ein paar Texte aus dem Anarchie-Buch von Horst Stowasser veröffentlicht. Das Kapitel heißt „Warum Kommunismus eben doch nicht Revolutionär ist“. Darin stecken merkwürdige Auffassungen von Kommunismus, dem Bewusstsein der Untertanen und wie man die Leute agitieren sollte. Am Ende bleibt die Anarchie einfach das Ideal schlechthin. (mehr…)

Wie lässt sich der „primitive Kapitalismus“ zähmen?

Ein bisschen Kapitalismuskritik zur Osterzeit, vorgeführt vom Bischof Marx (aus einem Interview mit der „Welt“ vom 9.4.09):

Sie sind Sozialethiker, Sie haben die Geldgier als Ursache der Bankenkrise ausgemacht und eine Ordnungspolitik für die Weltwirtschaft gefordert. Sehen Sie Anzeichen einer Umkehr?

Ich nehme an, dass ein platter, primitiver Kapitalismus, vor dem ich schon seit den 1990er-Jahren warne, für einige Zeit aus der öffentlichen Debatte verschwinden wird. Es wird nicht mehr so leicht möglich sein, wie es vor Jahren geschah, einen Leitartikel mit „Lob der Gier“ zu betiteln. Ob wir allerdings schon zu ordnungspolitischen Rahmenbedingungen auf Weltebene kommen, vermag ich noch nicht zu sagen. Aber ich glaube, die Voraussetzungen für einen wirklichen Sinneswandel sind gut, weil der Schock tief sitzt, weil man noch nicht weiß, wie tief die Krise geht. Der G-20-Gipfel hat das auch gezeigt.

Da wo die „Gier“ den Kapitalismus – eigentlich was tolles, solange er nicht „primitiv“ ist – in die Krise treibt, stellt sich eben mal wieder erneut die Frage, wie sich dieser Kapitalismus zähmen lässt, damit er nachhaltig bleibt. (mehr…)

Anarchie – das Ideal schlechthin

Der Anarchistische Kongress in Berlin wurde verboten. Die B.Z. erklärte auch, dass es nicht sein kann, dass man einen Kongress veranstaltet, der sich um die Vorstellung einer „Gesellschaft ohne Regeln“ dreht. Genau das wäre unter Anarchismus aber nicht zu verstehen, meint die Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Duisburg in ihrer Erklärung:

Die Dummheit hat wieder einmal gesiegt. Dabei hätten gerade die BZ Redakteure es nötig gehabt zu lernen, dass sie Anarchie mit Anomie verwechseln, der Abwesenheit jeglicher Regeln und Ordnung. Anarchie hingegen ist die Utopie einer herrschaftslosen Gesellschaft, in der die Menschen in Freiheit und Solidarität zusammenleben und ihre Angelegenheiten basisdemokratisch, ohne Chef oder Führer, regeln. Mit Chaos und Gewalt hat das wenig zu tun.

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