Archiv für Juni 2009

Zum Bildungsstreik 2009

Heute haben laut der Veranstalter des „Bildungsstreiks“ bundesweit 240000 Schüler und Studenten demonstriert. Wofür? Eine Schule für alle, kostenlose Bildung, Schule ohne Leistungsdruck und für Gesamtschulen. Gefordert wurde auch eine „Demokratisierung der Schule“, bei der verlangt wird, dass auch Schüler mitbestimmen dürfen und nicht so strenge Hierarchien gelten. Für diese Ziele schafft man es haufenweise Leute zu mobilisieren. Mir geht es jetzt nicht wie den meisten Demonstranten darum, erst mal die große Beteiligung zu begrüßen, sondern darum sich mal genauer anzuschauen, was1 da gefordert wird und wofür das gut sein soll. Es wird dabei darauf hinaus laufen, dass diese Schule etwas anders funktioniert und einen ganz anderen Zweck hat als es sich die Meisten denken. Dabei ist es schade, dass selten die Frage aufkommt, warum denn die Schule gerade so ist. In einigen Diskussionen mit Leuten, die diesen Bildungsstreik nicht unterstützen wollten, wurde auch oft gesagt, dass diese Forderungen ja gar nicht realisierbar wären. Nicht ganz zu Unrecht.

Was hat es also mit dieser Schule auf sich? Ein paar sachdienliche Hinweise: (mehr…)

Lesenswert: Argumente zur SchuleKritische Gedanken zur Schule und ihrem Stoff

22.06.09 | Karlsruhe | Was von Marx zu lernen wäre

Der Kapital-Lesekreis Karlsruhe lädt ein zu Vortrag und Diskussion:

Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Referent: Theo Wentzke, Gegenstandpunkt-Verlag

„Das Kapital“ hilft, die ökonomische Wirklichkeit heute zu erklären. Das will der Vortrag anhand von Zitaten aus dem ersten Kapitel „Die Ware“ demonstrieren. Angeboten werden ungewohnte Gedanken über Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Geld und Nutzen, Arbeit und Reichtum – paarweise Bestimmungen, die die härtesten Gegensätze enthalten.

Zeit: Montag, 22, Juni 2009, 19:30 Uhr
Ort: Planwirtschaft, Werderstr. 28, Karlsruhe
Veranstalter: Kapital Lesekreis Karlsruhe

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Den Flyer mit dem vollständigem Ankündigungstext zu dieser Veranstaltung kann man sich hier herunterladen.

Über den Bildungsstreik 2009

Ich hatte eigentlich vor selber noch etwas zu diesen Bildungsstreik zu schreiben, aber da hier auf folgenden Text hingewiesen wurde, zitiere ich den einfach mal hier, weil er mir so gut gefällt:

Bildungsstreik 2009: Wie aus einem Bildungsstreik ein Einsatz für veredelte Konkurrenz in der Schule wird

Der Bildungsstreik 2009 steht an; mit einem Katalog von sieben Forderungen, der von ziemlich großer Wertschätzung für das Bildungswesen der Bundesrepublik zeugt. Wie denn das? Wo sich die Organisatoren des bundesweiten Streiks doch ausgesprochen kämpferisch geben: Sie wollen „nicht lieb protestieren“, sie planen vielmehr Blockaden und Besetzungen, wie sie in ihrer Presseerklärung ankündigen. Gleichwohl bestätigt ein Blick auf den Inhalt ihrer Forderungen, dass sie sauber trennen möchten zwischen Umständen des schulisch organisierten Lernens, die sie stören, und der schulischen Bildung, die sie verteidigen. Sie meinen, dass hässliche Verhältnisse an den Schulen, die ihnen aufstoßen, eigentlich unpassend seien für das deutsche Bildungswesen und die politischen Zwecke, für die es vom Staat betrieben wird. (mehr…)

Dialoge II

Vater: Gehst du wählen?

Ich: Nein.

Vater: Das kann ja nicht sein. Du wirst Student und weißt noch nicht mal wie man Wählen geht.

Ich: Vielleicht will ich auch einfach nicht wählen?

Vater: Du bist kein guter Staatsbürger. Euch sollte man alle in ein kommunistisches Land schicken, in dem ihr nicht wählen dürft. Wie dein Onkel, der ist genau so dumm. Der geht auch nicht wählen. Willst du zu den Dummen gehören?

Ich: Zu den Dummen? Nein, zu denen gehöre ich nicht.

Lehrer haben nicht nur einen Bildungsauftrag

Der Fall Sabine Czerny: Strafversetzt wegen guter Noten

Die Schulbehörden und Schulleiter lassen keinen Zweifel daran, dass die Lehrer nicht nur einen Bildungsauftrag haben – sie haben auch einen Sortierauftrag.

Auch bei Ihnen muss es Fünfer und Sechser geben“, wies sie ein Schulbeamter an.

Sie wurde wegen der zu guten Noten strafversetzt an eine Grundschule, in der sie eine erste Klasse unterrichtet, bei der sie die Schüler noch nicht benoten muss.

Parallel hat sie nun von der bayerischen Pfarrbruderschaft „wegen ihres Engagements für humane Schule“ einen Preis für Zivil-Courage bekommen, den sie laut bayerischer Kultusbehörde formell hätte gar nicht entgegennehmen dürfen. Von ihrer neuen Schulleitung wurde sie gut beurteilt. Dabei wäre ihr wohl aber ein „Formfehler“ unterlaufen und hätte nicht „alle Erkenntnisse über Frau Czerny […] einbezogen“, eben die Gründe, warum sie strafversetzt wurde. Diese Beurteilung wurde auf Weisung der Regierung von Oberbayern zurückgezogen. (mehr…)

Wenn man von Armut leben muss, dann muss man auch von Armut leben können: Zynische Arschlöcher diskutieren bei Maischberger über Armut in Deutschland. (via geprüftes Argument)