Anerkennung für gute Arbeit und die Gefahr der „politischen Klassenspaltung“

Manche Leute haben einfach mehr miteinander gemein als ihnen lieb ist:

Was Arbeiter vorallem brauchen: Anerkennung

Steinmeier
2009: Steinmeier respektiert gute Arbeit

Hitler
33: Hitler lobt Siemensarbeiter

„Ich will mit euch ein Land, in dem jeder seinen Platz hat, an dem er geschätzt und gebraucht wird: im Beruf, in seiner Familie. Ein Land, in dem gute Arbeit respektiert wird; in dem man weiß, dass Arbeit nicht nur einen Preis hat, sondern auch einen Wert.“ (Steinmeier auf Bundesparteitag in Berlin)
„Jede Arbeit hat ihre Würde, jede Arbeit verdient Respekt – aber dieser Respekt muss sich auch [diesem „auch“ entnimmt man, dass der ideelle Lohn viel wichtiger ist, konsequent für den materiellen zu sein, das ginge für ihn auch zu weit] in guten Löhnen ausdrücken.“ (Abschrift einer Rede in der BILD vom 19.04.09)

„Der materielle Lohn mag dem zugebilligt werden, dessen Leistung für die Gesamtheit entsprechenden Nutzen trägt, der ideelle jedoch muß in der Wertschätzung liegen, die jeder beanspruchen kann, der die Kräfte, welche die Natur ihm gab und die Volksgemeinschaft zur Ausbildung brachte, dem Dienste seines Volkstums widmet. Dann aber ist es keine Schande mehr, ein ordentlicher Handwerker zu sein, aber wohl eine, als unfähiger Beamter dem lieben Gott den Tag und dem guten Volk das tägliche Brot zu stehlen.“ (A. Hitler, Mein Kampf, S. 484)

Keine Kritik an den Gegensätzen zwischen Kapital und Arbeit, bloß die Anerkennung für den Dienst, den die Proleten für die Allgemeinheit leisten, damit jeder weiß, dass er einen Platz in dieser Gesellschaft hat und materiell ein wenig zufriedengestellt, weil sonst stärkt es

Die politische Klassenspaltung

„Wenn wir nichts [gegen die „Schwächephase“ des Staates und die steigenden Arbeitslosenzahlen] tun oder gar das Falsche tun, dann habe ich die Sorge, dass unser Land auseinander driftet, dass es brüchig wird, dass es sich spaltet in Arm und Reich, in Gewinner und Verlierer, in die da oben und die da unten, in bewachte Stadtviertel, in die keiner mehr darf, und in soziale Brennpunkte, in die sich keiner mehr traut.“ (03.08.09, Steinmeier auf der Karl-Schiller-Stiftung in Berlin)
„Jeder spürt: Die Abstände [dies zweite Zitat, dass niemand denkt, dass S. die Armut unbekannt wäre, hier besorgt ihn nur, dass diese zu sehr zunimmt und die Volkseinheit gefährden könnte] zwischen Arm und Reich sind größer geworden. Darum sage ich den Menschen, die in besonderen Schwierigkeiten stecken, die am Rand der Gesellschaft leben, oft auch in den sogenannten sozialen Brennpunkten: Vielleicht haben wir alle – in der Politik, in den Medien – in den letzten Jahren nicht genügend hingeschaut, was da vor sich geht. Dass die Menschen in manchen Stadtvierteln drohen, verloren zu gehen.“ (Rede in der BILD vom 19.04.09)

„Not und häufige Arbeitslosigkeit begannen ihr Spiel mit den Menschen und ließen als Erinnerung Unzufriedenheit und Verbitterung zurück. Die Folge davon schien die politische Klassenspaltung zu sein.“ (Hitler, S. 255)

Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, nur deren manchmal zu krassen Resultate macht ihnen Sorgen über den Bestand der Nation. Das Land darf eben nicht auseinander driften.


19 Antworten auf “Anerkennung für gute Arbeit und die Gefahr der „politischen Klassenspaltung“”


  1. 1 Willy 08. September 2009 um 13:38 Uhr

    „Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, nur deren manchmal zu krassen Resultate macht ihnen Sorgen über den Bestand der Nation.“

    Und deswegen wird hier mal eben Steinmeier mit Hitler verglichen?
    Geht´s noch?

  2. 2 Administrator 08. September 2009 um 14:24 Uhr

    Ja, verglichen, aber nicht gleichgesetzt. Ein großer Unterschied. Deren eigentliche Sorge ist die Stabilität der Ordnung. Hartz IV, den Widerspruch zwischen Arm und Reich abzuschaffen, das ginge dem Steinmeier eben auch zu weit. Das Lustige ist gerade, dass er über die sozialen Brennpunkte und die herrschende Armut so spricht als wäre das etwas natürliches und selbstverständliches, dass es so ein Elend gibt. Er wird nur selbstkritisch, weil er befürchtet, dass er und all die anderen Politiker zu wenig Verantwortung übernommen haben, keinen Blick mehr auf das Gesindel geworfen haben. Weil dass die für die Gesellschaft als nützliches und braves Material „verloren gehen“, das darf nicht sein, soweit darf es dann auch wieder nicht kommen, neben der sonstigen Armut, mit der sich Steinmeier schon längst abgefunden hat.

    Und das liest man aus den Zitaten des einen wie des damaligen Politiker locker raus, dass ihre Sorge eines des nationalen Zusammenhalts ist. Oder was ist gemeint mit, „die Krise droht unser Land zu zerreißen“.
    Also: Der Vergleich geht.

  3. 3 nun 08. September 2009 um 15:33 Uhr

    aber dieser Respekt muss sich auch [diesem „auch“ entnimmt man, dass der ideelle Lohn viel wichtiger ist

    die stoßrichtung stimmt schon, v.a. Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, nur deren manchmal zu krassen Resultate macht ihnen Sorgen über den Bestand der Nation. Das Land darf eben nicht auseinander driften. aber dass der respekt wichtiger sei, wird ein bisschen relativiert am plakat: respekt = „anständiger“ lohn (für gute arbeit)

    kann man noch darüber nachdenken, was „anständig“ heißt …

  4. 4 different 08. September 2009 um 16:03 Uhr

    Selbst wenn der Vergleich geht, fügt er der Kritik ja nix inhatliches hinzu sondern lediglich die moralische Empörung: „Das ist ja wie bei Hitler!“

  5. 5 Administrator 08. September 2009 um 16:47 Uhr

    different:

    Ja, der Kritik fügt das natürlich nichts inhaltliches hinzu und das ist auch keine moralische Empörung: Meine Aussage ist ja nicht, dass das wie bei Hitler ist und deshalb zu kritisieren, sondern ich wollte zeigen, dass darin die Identität zwischen Faschisten und Demokraten liegt.

    nun:

    Und die Anerkennung soll eben danach erfolgen, dass man den Arbeitern einen ihrer Arbeit würdigen Lohn zahlt, der auch da nichts an der Ausbeutung ändert, nicht an Bedürfnissen Maß nimmt, sondern Maß daran, welche Anerkennung dem Arneiter für Leistung für die Gesamtheit zusteht. Da fällt materieller und ideeller Lohn etwas zusammen. An niedrigen Löhnen hat Steinmeier jedenfalls nicht viel auszusetzen, es sei denn man kann von ihnen vielleicht nicht mehr gescheit leben und gute Arbeit gehört eben besser belohnt, weil die muss man eben respektieren – mit anständigen Löhnen, was auch immer das heißen soll.

  6. 6 normalo 08. September 2009 um 17:27 Uhr

    Ja, der Kritik fügt das natürlich nichts inhaltliches hinzu und das ist auch keine moralische Empörung: Meine Aussage ist ja nicht, dass das wie bei Hitler ist und deshalb zu kritisieren, sondern ich wollte zeigen, dass darin die Identität zwischen Faschisten und Demokraten liegt.

    es ist also zu kritisieren, weil darin die identität zwischen faschisten und demokraten liegt? ist doch genau die gleiche empörung – „guck mal, die demokraten sind genauso schlimm (=identität) wie die faschisten!“

    der sache tut diese „identät“ immer noch nichts hinzu.

  7. 7 Administrator 08. September 2009 um 17:43 Uhr

    normalo:

    Nein, die Kritik bleibt auch unabhängig von dieser Identität. Versuch doch nicht absichtlich so eine Empörung hineinzulesen. Für mich sind die Demokraten ganz unabhängig von ihrer Identität mit Faschisten ein Dreckspack. Umgekehrt kritisiere ich das ständig an Antifas, für die gerade diese Überschneidung – auch wenn ihnen diese oft nicht an dieser Stelle einfallen würde –, wenn sie sich immer bloß darüber empören, wenn Demokraten mal wie Faschisten ticken; das nämlich auf die Weise, als hätten Demokraten doch eigentlich gar nichts mit Faschisten gemein. Und deshalb der Vergleich; nicht um ein kritisches Urteil meinerseits moralisch noch zu bestärken, sondern um auch anderen mal, die viel von der Demokratie halten, zu zeigen, dass Demokraten bei diesem Thema den Faschisten gar nicht so unähnlich sind. Und klar ist doch auch, dass das sicher nicht die einzige Kritik an der Demokratie sein kann, dass sie „ja wie Faschismus ist“. Dazu gibt es nämlich auch noch Unterschiede, die hier nicht mein Thema waren. Ansonsten kann man auch Demokratie kritisieren, wo sie nicht identisch ist mit Faschismus. Als wäre meine Kritik: Demokratie scheiße, weil wie Faschismus. So ein Blödsinn!

  8. 8 normalo 08. September 2009 um 18:10 Uhr

    […] sondern um auch anderen mal, die viel von der Demokratie halten, zu zeigen, dass Demokraten bei diesem Thema den Faschisten gar nicht so unähnlich sind. Und klar ist doch auch, dass das sicher nicht die einzige Kritik an der Demokratie sein kann, dass sie „ja wie Faschismus ist“.

    nicht die einzige kritik, aber es soll eine sein?

    du gibst doch zu dass deine „kritik“ sein soll, dass demokraten den faschisten gar nicht so unähnlich sind, und dass du dieses (diesen VERGLEICH) leuten als kritik an der demokratie verkaufen willst.

    Ansonsten kann man auch Demokratie kritisieren, wo sie nicht identisch ist mit Faschismus.

    KANN man, ja. kann man auch wo sie identisch ist. aber der inhalt der kritik kann dann nicht diese identität sein. würdest du diese identischen stellen richtig kritisieren, bräuchtest du doch die faschisten da gar nicht. diese gegenüberstellung geht vom inhalt der kritik gerade ab und dient der empörung.

  9. 9 Administrator 08. September 2009 um 18:22 Uhr

    Ich habe zunächst beide mal gegenübergestellt. Dann habe ich eine Gemeinsamkeit gefunden. Dann war aber nicht die Kritik, dass sie eine Gemeinsamkeit haben, sondern das, was – auch wenn nur sehr kurz gefasst – unter den Zitaten steht: Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, tun auch so als gäbe es den gar nicht, stören sich aber über Erscheinungen, die die Ordnung zu zerreißen drohen. Und dann ist es ein Unterschied, ob man das kritisiert, (die Kritik geht ja auch unabhängig von deren Identität) oder ob wirklich nur die Identität die Kritik ist. Dann hätte ich den Kommentar unter die Zitate auch gar nicht schreiben brauchen, dann würde da eben wirklich so eine Empörung stehen: Kann ja wohl nicht sein, dass der Steinmeier da dem Hitler ähnelt, gehört sich doch für Demokraten nicht.

    Also tu nicht so als wäre der Vergleich schon meine Kritik.

  10. 10 kirk 08. September 2009 um 18:56 Uhr

    Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, tun auch so als gäbe es den gar nicht

    ja? gibt es dafür einen belege? ich gehe nämlich davon aus, dass die das ganz genau wissen, aber in weiten teilen billigend in kauf nehmen. dass sie manches mal aber höhere löhne fordern, verweist schon darauf, dass sie wissen, dass da eine klasse schlecht aussteigt, wenn man nicht eingreift. sie wollen das ganze eben nicht abschaffen, sondern konstruktiv – zum wohl des nationalstaats – verwalten.
    oder willst du etwa kritisieren, dass sie LÜGEN?

    zum anderen: die frage ist doch, was lernt einer, der hier zum ersten mal auf den blog kommt und noch nichts vom kapitalismus weiß, mit marxismus oder nationalismuskritik noch nie in berührung kam? was sagt so einem sowas:

    Beide haben keine Kritik am Klassengegensatz, nur deren manchmal zu krassen Resultate macht ihnen Sorgen über den Bestand der Nation. Das Land darf eben nicht auseinander driften.

    nur eines: demokratie und faschismus sind sich hier gleich. und was ist daran schlimm? der normale unbedarfte surfer wird sich denken: der faschismus. steinmeier ist ein nazi. also böse. da ist sie: die moral.
    variante 2: der unbedarfte surfer, der steinmeiers forderung gut findet, denkt sich: die sozialpolitik der nazis war eben doch nicht nur schlecht.

    du nennt nämlich kein einziges argument, warum es für die leute, also auch den surfer, schädlich sein sollte, dass jemand keine kritik am klassengegensatz hat.

  11. 11 kirk 08. September 2009 um 19:04 Uhr

    zusammenfassung:

    Und dann ist es ein Unterschied, ob man das kritisiert, (die Kritik geht ja auch unabhängig von deren Identität) oder ob wirklich nur die Identität die Kritik ist.

    ja. aber du hast es nicht kritisiert. dein beitrag beschränkt sich auf feststellungen von sachverhalten (klassengegensatz …). diese werden nicht kritisiert, und dementsprechend auch nicht näher erläutert.

    der beitrag ist wenn dann nur für leute von ‚interesse‘, die soweiso schon wissen, was es mit dem klassengegensatz auf sich hat. andere animiert er hingegen entweder zur typischen reaktion des demokratischen antifaschistischen oder zu ‚einsicht‘, dass auch hitler schon gute forderungen hatte.

  12. 12 Administrator 08. September 2009 um 19:31 Uhr

    kirk:

    1. Ob es denen bewusst ist, dass es einen Klassengegensatz gibt oder nicht, mal dahingestellt. Bei dem, was sie da sagen, tun sie aber so als gäbe es diesen Gegensatz nicht, auch wenn sie vllt. wissen dass es einen gibt und diesen in Kauf nehmen. Dass sie lügen, will ich nicht kritisieren, ich kritisiere das, was sie sagen: Dass zb. Steinmeier sich sehr bewusst ist, dass es diese sozialen Brennpunkte gibt und jetzt, wo ihn besorgt, dass die Spaltung zwischen Arm und Reich dafür sorgt das Land zu zerreißen, bemängelt dass alle Politiker wohl zu wenig auf das Gesindel geachtet und um sie gekümmert haben. Und da wollte ich zeigen, was die eigentliche Sorge ist; nämlich nicht die Armut, sondern deren Resultate. Das ist die Kritik und nicht, dass er lügt.

    2. Die Frage, was einer lernt, wenn er auf meinen Blog kommt und diesen Beitrag liest, ist berechtigt. Dann soll man aber an mir kritisieren, dass ich die Kritik zu wenig ausgeführt habe und sagen hätte sollen, was es mit dem Kapitalismus auf sich hat, damit sich der Bürger hier beim Lesen nicht nur sein moralisches Urteil bildet und nicht mir so eine moralische Empörung vorwerfen.
    Und die Kritik ist: Die wollen eben, dass das Land nicht auseinander driftet. Und dass die da sich Sorgen über die Armut machen, hat eben genau darin seinen Grund. Negativ: Das heißt eben nicht, dass sich der Steinmeier darum sorgt, dass es den Leuten schlecht geht und allein deshalb man was tun muss, damit die Leute ein gutes Leben haben. Der Grund, warum er sich über die Armut Sorgen macht ist die Entzweiung des Volkes.

    3. Und der Hitler kam dazu, weil mich eben der Steinmeier auf dem einen Bild an den alten Gröfaz erinnert hat. Und verkehrt finde ich den Vergleich nicht, das zeigt allein schon die Tatsache, dass viele sich über den Vergleich selber empören und die Demokraten eben nicht in einem so dunklen Licht sehen wollen (siehe ersten Kommentar). Ich wollte deshalb auch nicht den Steinmeier mit Hitler kritisieren, sondern da dachte ich einfach an viele, die Faschismus und Demokratie auch gerne gegenüberstellen, aber das tun um die Demokratie zu loben. Und für sowas ist das immer gut und bei weitem nicht moralisch oder irgendeine Empörung.

    „der beitrag ist wenn dann nur für leute von ‚interesse‘, die soweiso schon wissen, was es mit dem klassengegensatz auf sich hat.“

    Eben. An die hab ich auch gedacht. Wobei man sich auch fragen kann, ob linke Demokratieidealisten so wissen, was es mit dem Klassengegensatz auf sich hat.

  13. 13 kirk 08. September 2009 um 19:46 Uhr

    Und die Kritik ist: Die wollen eben, dass das Land nicht auseinander driftet. Und dass die da sich Sorgen über die Armut machen, hat eben genau darin seinen Grund. … Der Grund, warum er sich über die Armut Sorgen macht ist die Entzweiung des Volkes.

    was soll daran schlecht sein, fragt sich der normale leser. wer will schon eine gespaltene gesellschaft? sozialer friede muss schon herrschen im lande. sonst droht bürgerkrieg.

  14. 14 kirk 08. September 2009 um 19:51 Uhr

    Negativ: Das heißt eben nicht, dass sich der Steinmeier darum sorgt, dass es den Leuten schlecht geht und allein deshalb man was tun muss, damit die Leute ein gutes Leben haben.

    wäre das was er sagt und plant denn richtig(er), würde es ihm darum gehen, dass es den leuten gut oder besser geht?

    und wieso sollte nicht beides gehen: dass er sich denkt, auch den leuten geht es besser, wenn die nation nicht gespalten ist. ich gehe davon aus, dass der so denkt.

  15. 15 Administrator 08. September 2009 um 20:08 Uhr

    Schlecht ist unter anderem das, was du weggelassen hast. Und dass man sich das Volk als eine Gemeinschaft denkt, trotz all der Gegensätze zwischen arm und reich, Unternehmer und Arbeitern, Mieter und Vermieter, Politikern und Wahlvolk; von denen abstrahiert man ja gerade beim Volk. Dass man da so tut als gäbe es diese Gegensätze nicht und alles mögliche für diesen Zusammenhalt tut, sich dem Gemeinwesen unterordnet usw. und sich einbildet, dass man selber irgendwas davon hat. Ein gemeinsames Intresse gibt es da nicht, weil Lohn dem Profit im Weg steht und der Wunsch nach niedrigeren Mieten dem Interesse der Vermieters im Weg steht, der sein Geschäft ja gerade mit hohen Mieten macht. Das kann man natürlich auch alles weiter ausführen. So eine Gesellschaft hat natürlich immer Streitereien zur Folge, weil man sich da auch gar nicht einig werden kann – und wenn zum eigenen Schaden. Gespaltene Gesellschaft ist natürlich auch nicht gut, schlecht ist auch nur, wenn man sich die als Gemeinschaft denkt. Davon haben zumindest die am wenigsten, die die negativ Betroffenen dieser Wirtschaftsweise sind. Dass die Leute gearscht sind, merken sie jeden Tag – gerade in der Krise. Dann wäre es gut, wenn die einsehen, dass sie mit dem Unternehmer nichts eint, der sie gerade entlassen hat und man soll auch mit Hartz IV nicht denken, dass man was mit dem staatlichen Interesse gemein hat, wenn dieser einen als Kosten behandelt und das Leben so ungemütlich macht, dass er gezwungen ist sich eine scheiß Arbeit zu suchen. Das ist schlecht, wenn man Friede mit denen will, die einen gerade so schädigen.

    Edit:

    wäre das was er sagt und plant denn richtig(er), würde es ihm darum gehen, dass es den leuten gut oder besser geht?

    Das steht einfach im Gegensatz zum nationalen Interesse. Gut oder besser, das ist ja auch schon ne merkwürdige Relation. Wie will er denn machen, dass es den Leuten „besser“ geht? Arbeitsplätze? Finden nur unter der Bedingung statt, dass sich die Beschäftigung für denjenigen lohnt, der sie anstellt. Will er, dass die Unternehmer ihnen höhere Löhne zahlen? Naja, zumindest wird das seine Grenzen darin finden, wenn es für den Profit zu teuer ist – und das ist der Lohn immer. Und „etwas“ höhere Löhne hat eben genau da die Grenze – Profit muss schon sein. Irgendwo dazwischen finden sich dann die „anständigen“ Löhne, was nicht heißen muss, dass sich die Leute damit dann ein gutes Leben machen können. Das ist in dem Laden einfach nicht drin, wo sich die Interessen der Leute in einem Gegensatz befinden.

  16. 16 Willy 09. September 2009 um 14:25 Uhr

    Und wenn man nun den Leuten ein gutes Leben verschaffen kann, ohne den Klassengegensatz abzuschaffen?

    Im übrigen könnte man genauso argumentieren: Kommunisten und Nazis wollen die Demokratie abschaffen, also sind sie das gleiche Dreckspack, oder?

  17. 17 blama 09. September 2009 um 14:41 Uhr

    „Und wenn man nun den Leuten ein gutes Leben verschaffen kann, ohne den Klassengegensatz abzuschaffen?“

    Das ist ein recht dummes Blamage-Argument. Analog würde auch gehen: „Und wenn Vergewaltigungsopfer Spaß am Überfallen-Werden haben … ?“

  18. 18 Neoprene 09. September 2009 um 14:57 Uhr

    „Im übrigen könnte man genauso argumentieren: Kommunisten und Nazis wollen die Demokratie abschaffen, also sind sie das gleiche Dreckspack“

    Wieso „könnte“? Diese „Sichtweise“ ist hierzulande doch immerhin sowas wie die Staatsraison dieser „wehrhaften Demokratie“.

  1. 1 Just Browsing I « Der proletarische Club Pingback am 09. September 2009 um 2:13 Uhr
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