Archiv der Kategorie 'Dummheit'

Die Kunst der Agitation

Beispiel:
Das Thema G8 in den Schulen…
Was wirkt einladender ?
Ein Flyer der vollgepackt mit Text ist, der dir das ganze vermitteln soll & wieso es schlecht ist.
oder…
Ein Flyer welcher so gelayoutet wurde das man z.B. einen Strand nimmt davor 2 Kästchen alà:

[ ] G 8
[x] Nen schönes Leben

Ich war vor kurzem bei uns in der Stadt am Marktplatz agitieren. Ich hatte Flugblätter verteilt. Haufenweise Jungs hätten mich dabei beinahe umgerannt. So wild waren sie meinen Flyern hinterher. Wir mussten nicht mal reden, keine Überzeugungsarbeit leisten damit sie sich das Flugblatt ansahen und mitnehmen. Es war eine sehr erfolgreiche Aktion. Das kommt davon, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Jeder muss eben mal seine Erfahrung machen, nicht jede Agitation sitzt von Anfang an. Damals hatten wir uns Mühe gegeben lange Texte zu schreiben, um den Proleten ihre Lage zu erklären und warum sie gegen diese ankämpfen müssen. Die Mühe ihnen unsere Flugis zu erklären, mussten wir uns nicht mal machen, da sie unser Zeug mit so viel Text gar nicht antun wollten und gingen an uns vorbei. Und wir dachten die hätten gerade auf unsere Propaganda gewartet! Also überlegten wir woran unsere Agitation scheiterte und wussten sofort: Man darf die Arbeiter nicht mit zu viel Text abschrecken, man muss sie so nehmen wie sie sind und als solche ansprechen. Wir erfuhren schnell worauf die lesefaulen aber fleißigen Werktätigen scharf waren und bedienten ihre vorgefunden Bedürfnisse – was der Kommunismus sich ja zum Ziel setzt! Heute haben wir eben farbige Flyer mit wenig Text, dafür aber große Bilder mit leicht bekleideten – oder manche so wie Gott sie schuf – Arbeitermädels. Die Augen des Proletariats werden somit auch nicht überfordert, wenn sie sich zwischen Zeilen hin und her bewegen müssen, sondern es genügt wenn auf zwei große direkt nebeneinander liegende Dinger geschaut werden kann. Das freut das Proletariat – und wenn es sich freut, wir freuen uns auch! So war unser Problem gelöst: wir wurden unsere Flyer los und druckten sie nicht wie in früheren Zeiten für den Papierkorb. Es hat auch etwas befreiendes: Man versklavt die Arbeiter nicht mehr mit dem Anblick schwarz-weißen Din-A-4s und Erinnerungen daran wie grau auch ihr Leben ist, sondern bringt sie an einen anderen Ort, der sie wegführt von der harten Arbeit – an einen Strand. Der Kampf geht weiter, Genossen!

Nazis raus – Deutschland rein


Die deutsche Heimat von Nazis sauber halten

BILD lobt Studenten – und das ist nicht gut

bild.de:

Sind die Studenten von heute so radikal wie die 68er?
Nein. Damals gingen die Studenten auf die Straße, weil sie mit den politischen Verhältnissen im Allgemeinen unzufrieden waren – etwa mit der mangelnden Aufarbeitung des Nazi-Regimes. Die heutigen Proteste richten sich nicht gegen die Gesellschaft insgesamt. Die Forderungen der Studenten beschränken sich auf die Bildungspolitik.“

Und das ist schlecht. Nicht bloß schlecht, weil nicht gegen die Gesellschaft insgesamt, sondern weil man die absurde Trennung aufmacht zwischen Bildungspolitik und Finanzpolitik, Beschäftigungspolitik und der Politik bis zum Hindukusch. Nicht schlecht deshalb, weil man Mitleid mit den Leuten haben sollte, die an anderen Stellen den Schaden haben von dieser scheiß Politik, sondern weil tatsächlich so getan wird, dass – neben dem ganzen Scheiß, der anderswo läuft – es doch möglich wäre eine Politik zu machen, die ein besseres Bildungssystem hervorbringt an Schulen und Hochschulen, die den Bewohnern dieser „Lernfabriken“ ein angenehmeres Dasein ermöglicht. Die durchaus verständliche Unzufriedenheit mit den Bildungsreformen fragt sich gar nicht welcher Sorte Politik, die doch gerade ihr Interesse an einer solchen Herrichtung des Studiensystems hat, sich diese Unzufriedenheit verdankt.

Ein besseres Bildungssystem wäre möglich, da angeblich das Geld dafür da wäre. Wenn es aber so ist, dass das Geld zwar da ist, die Politik aber ganz andere Zwecke damit vorhat? Wenn doch die Politik gerade durch die Reformen verdeutlicht, dass es ihr Interesse ist an der Ressource Bildung zu sparen und versucht sie für ihre Zwecke zu effektivieren? Wenn sie lieber Banken rettet und Krieg führt – was ist dann? Dann hat offenbar die Bildung nicht so einen Stellenwert, wie es sich viele streikende Studierende denken. Schlimmer: Dann dient die Ressource Bildung vielleicht auch einem ganz anderen Zweck, wenn sie dem Staat zu teuer, zu uneffektiv ist und ihm das Studium insgesamt zu lange dauert. Dann hält er umgekehrt daran fest, dass sie eben billig und effektiv sein muss und dass Studenten ihre Leistungen in viel knapperer Zeit zu vollbringen haben. Wozu? Nicht damit die Studenten ein angenehmes Studium haben, sondern dass ihr Studium den „Qualitätsansprüchen der Bildungsrepublik Deutschland gerecht wird“ (Wortlaut der besetzenden Studierenden in Karlsruhe). Die Ressource Bildung soll für Deutschland ihren Beitrag für den Wettstreit in der internationalen Konkurrenz beitragen, die Nation und die Wirtschaft voranbringen. Und sonst nichts.

Diese Frage, was es eigentlich mit dem Scheiß auf sich hat, warum der Staat der „armen Bildung“ so etwas antut, wird seitens der meisten Studierenden – leider – nicht gestellt. Solche Positionen – egal wie gut oder wie schlecht begründet –, die ein bisschen über das Bildungsthema hinausgehen, den Anspruch haben Zusammenhänge zu erklären, sind in den besetzten Hörsälen in Karlsruhe unerwünscht. Sie werden rausgeekelt.

Das ist nicht gut. Weil die Forderungen, die in den Hörsälen an den Tafeln stehen, den Studenten das Leben nicht einfacher macht. Das ist ihr Pech. Denn sie erfahren gerade, was es heißt die Rolle der „Ressource Bildung“ zu spielen.

Wahlkampf at its best: „Verknallt in Steinmeier“


„Weißes Haar und Silberblick – da macht es bei mir gleich Click“

Eigentlich muss man sich über sowas nicht so sehr wundern: Als wäre der sonstige Wahlkampf nichts anderes als die Pflege des Personenkults und der Frage, welcher Politiker am meisten Führungsstärke zeigt, die „neue Kraft im Land“ und der „Kandidat der Welt“ ist. Am Ende sogar ein Politiker zum Verlieben. Da kann der Rest der Politikermannschaft eben nur zu „feminin“ (gemeint war Westerwelle) oder zu schwach sein. Und es ist ja so: Womit die meisten Politiker im Land antreten, unterscheidet sich bei ihnen nicht all zu viel: Da geht’s um Deutschland und Arbeitsplätze, alles, was eben „unser“ Land voranbringen soll und eben um das „wie“. Und da ist bei den Wählern eben wirklich nur die Frage, wer Stärke beweist – leider nicht aber die Frage wie sie bei der ganzen Scheiße vorkommen; ihre Interessen haben sie von der Politik abhängig gemacht, immer wieder ihre Interessen an mehr Bedingungen, die die Politik schaffen soll, knüpfen lassen und nie gemerkt in welchem Gegensatz zu der ganzen Scheiße sich ihre Interessen befinden, die mit Deutschland vorangebracht werden sollen.

Wahre Werte machen einen richtig reich!

Im Spiegel wird man mal wieder richtig schlau:

Der Befund

Alle Menschen sind steinreich – es kommt nur auf die Definition der Reichtümer an.

Zumindest hat das Steve Henry nach seiner objektiven Wertanalyse herausgefunden. Er und ein paar andere Autoren haben ausgerechnet, was zb. ein Lachen wert ist: 125.840 Britische Pfund! Vom depressiven Emo – nur ein paar mal lachen – zum Millionär! (mehr…)

Die DDR – Der ewige „Unrechtsstaat“

Als würde die Krise dem Spiegel und anderen Intellektuellen dieser Nation nicht schon genug zu schaffen machen. Dass der Kapitalismus zwar scheiße und alternativlos ist, ist und war ihnen wohl schon längst klar. Hin und wieder tauchen aber Leute auf, die auch mal in einem anderen System aufgewachsen sind und heute laut Umfragen, nachdem sie auch mal das Elend des Kapitalismus miterlebt haben, sogar auf die wahnsinnige Idee kommen, dass es ihnen in dem anderen System – in der DDR – besser ging. „Heimweh nach der Diktatur“ (Spiegel, 29.06.) – das kann irgendwie nicht sein! (mehr…)

13.07.09 | Karlsruhe | Diskussion zur Schule

Anlässlich des Bildungsstreiks in Karlsruhe lädt der Kapital-Lesekreis Karlsruhe zu folgender Veranstaltung ein:

Diskussion:
Wie passen massenhafte Unwissenheit und ein flächendeckendes Schulsystem zusammen?

Wann: 13. Juli, 19.00 Uhr
Wo: Karlsruhe, Planwirtschaft, Werderstr. 28
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In der Schule sollen Schüler Wissen erwerben und die Fähigkeiten zum Lernen entwickeln. Sie soll ein Ort der Bildung sein, an dem alles daran gesetzt wird, die Unterschiede im Wissen und der Lernfähigkeit, mit denen kleine Menschen in die Schule eintreten, zu überwinden.
Bemerkenswert ist dabei, dass am Ende der Schulzeit eine sehr starke Streuung an Wissen und Lernfähigkeit herauskommt, was dann aber an den Schülern und nicht an der Schule liegen soll.

Diesem vermeintlichen Widerspruch wollen wir in der Diskussion anhand folgender Schwerpunkte nachgehen:

1. Leistungslernen und Notenhierarchie sind keine Mittel um die Wissensunterschiede zu beseitigen. Mit ihnen stellt die Schule neue Unterschiede selbst her.
2. So bereitet die die Schule die Schüler aufs Leben vor – nämlich für die Konkurrenz in der Arbeitswelt.
3. Die Pädagogen sehen das ganz anders: Was aus den Schülern wird, liege an denen selbst.
4. Eine Kritik, die das Schulsystem am Ideal allgemeiner Bildung misst, übersieht ihren Zweck.

Zum Bildungsstreik 2009

Heute haben laut der Veranstalter des „Bildungsstreiks“ bundesweit 240000 Schüler und Studenten demonstriert. Wofür? Eine Schule für alle, kostenlose Bildung, Schule ohne Leistungsdruck und für Gesamtschulen. Gefordert wurde auch eine „Demokratisierung der Schule“, bei der verlangt wird, dass auch Schüler mitbestimmen dürfen und nicht so strenge Hierarchien gelten. Für diese Ziele schafft man es haufenweise Leute zu mobilisieren. Mir geht es jetzt nicht wie den meisten Demonstranten darum, erst mal die große Beteiligung zu begrüßen, sondern darum sich mal genauer anzuschauen, was1 da gefordert wird und wofür das gut sein soll. Es wird dabei darauf hinaus laufen, dass diese Schule etwas anders funktioniert und einen ganz anderen Zweck hat als es sich die Meisten denken. Dabei ist es schade, dass selten die Frage aufkommt, warum denn die Schule gerade so ist. In einigen Diskussionen mit Leuten, die diesen Bildungsstreik nicht unterstützen wollten, wurde auch oft gesagt, dass diese Forderungen ja gar nicht realisierbar wären. Nicht ganz zu Unrecht.

Was hat es also mit dieser Schule auf sich? Ein paar sachdienliche Hinweise: (mehr…)

Dialoge II

Vater: Gehst du wählen?

Ich: Nein.

Vater: Das kann ja nicht sein. Du wirst Student und weißt noch nicht mal wie man Wählen geht.

Ich: Vielleicht will ich auch einfach nicht wählen?

Vater: Du bist kein guter Staatsbürger. Euch sollte man alle in ein kommunistisches Land schicken, in dem ihr nicht wählen dürft. Wie dein Onkel, der ist genau so dumm. Der geht auch nicht wählen. Willst du zu den Dummen gehören?

Ich: Zu den Dummen? Nein, zu denen gehöre ich nicht.

Die Wahrheit über den GegenStandpunkt

Da hier und anderswo1 immer mal wieder ein paar Gerüchte über die MG bzw. den GegenStandpunkt verbreitet wurden, die mehr von Diffamierung als von inhaltlicher Kritik zeugen, hier mal ein alter Bericht eines Zeugen, der Opfer dieser Sekte wurde:

Ich bin auch ein Opfer!
P. Decker 23.03.2006 – 17:47

Vor einigen Jahren – mittlerweile sind es mehr als zwei Jahrzehnte – klingelten diese Gegenstandpunktler – damals noch „Marxistische Gruppe“ – auch an meiner Tür, wollten mir eine Tütensuppe schenken. Man bekam sie aber nur geschenkt, wenn man sich mit ihnen über den Staat unterhält. Das Ende vom Lied war, dass ich für ein lebenslanges Abonnement unterschrieb. Außerdem wurde ich gezwungen, überall in Deutschland (wirklich „überall“ natürlich erst ab 1990) zu agitieren. Um mich vom Ausstieg abzuhalten, köderten sie mich mit einem braunen Saab und Bananen.

Das Belohnungssystem dieser Sekte ist wirklich sehr ausgeklügelt: man wird irgendwann vom „Prüfer“, zum „Sympathisant“, zum „Kandidat“ und letztlich zum „Mitglied“ und wird mit 72 Miezen belohnt. Zur Zeit bin ich Kandidat und ich kann nicht mehr weiter. Mein leben liegt in Scherben. USA, hilf uns doch, GSP gibts immernoch! Scheiß Politsekte!

(Ein Kommentar zur Recherchearbeit eines Verrückten)

  1. Ich bin gerade zu faul die ganzen albernen Diskussionen aufzulisten. Es gibt jedenfalls genug von dem inhaltsleeren Quatsch. [zurück]