Archiv der Kategorie 'Linke Irrtümer'

Neue Ausschnitte vom konkret-Kongress (Held vs. Antideutsche Dichter)

„In Memoriam Karl Held, † 9. Oktober 2010, „Vordenker der Marxistischen Gruppe, welche eine Kritik an kapitalistischer Gesellschaft und demokratischer Staatsmacht propagierte, die von sonstigen sozialistischen Ansichten radikal abweicht“ (Wikipedia), auf dem Konkret-Kongress 1993.

Die Vortragenden auf dem Podium sind von links nach recht Wolfgang Pohrt (ehemals Vordenker der Antideutschen), Hermann Gremliza (Herausgeber Konkret), Sahra Wagenknecht (PDS), Thomas Ebermann (ehemals KB, Die Grünen) Karl Held (Chefredakteur GegenStandpunkt), Georg Fülberth (DKP).“


Teil 1


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Gerechtigkeit. Vortrag von Rolf Röhrig.

In dem Protokoll eines jour Fixes des GegenStandpunkt aus München wird nach einer korrekten Auflösung des Wunsches nach Gerechtigkeit gefragt. Dort wird auf ein Kapitel des Polenbuches verwiesen. Wenn ich das Kapitel noch mal gescheit eingescannt bekomme (hat bisher noch nicht so gut geklappt und schaue, ob ich es noch besser hinbekomme), stelle ich das noch hier online.

Zufällig bin ich aber gerade auch auf einen älteren Vortrag von Rolf Röhrig gestoßen, der sich auch dem Thema Gerechtigkeit widmet. Ein Teil des Vortrags sogar ganz grundsätzlich: Das Prinzip Gerechtigkeit: Idealisierung der Herrschaft des Rechts – Gleichbehandlung von Gegensätzen als allseitige Zuträglichkeit. Titel des ganzen Vortrages lautete: Die Klassengesellschaft renoviert ihre Rechtfertigungslügen: Gerechtigkeit heute, 13.05.04, Bremen.

Freerk Huisken zu Meinungsfreiheit

Im September 09 gab es in Bremen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Meinungsfreit in der politischen Bildung“ von der Georg-Elser-Initiative Bremen e.V. Einen Mitschnitt gab es soweit ich weiß nicht von der Veranstaltung, zufällig bin ich aber gerade auf seinen dort veröffentlichten Beitrag (als PDF) gestoßen, auf den bisher noch nicht hingewiesen wurde: (mehr…)

Einheit ohne Klarheit

(Text nochmals am 4.11. geändert, um ein paar krititische Anmerkungen zu Bündnissen überhaupt ergänzt)

Im September gab es in Stuttgart eine symphatische Antiwahl-Kampagne, bei der neben einigen Aktionen auch inhaltliche Veranstaltungen stattgefunden haben, mit denen man sich Klarheit darüber verschaffen wollte, was es mit Wahlen, Demokratie und dem ganzen Scheiß eigtl. auf sich hat. Da gab es zum einen von Theo Wentzke einen Vortrag über das Thema Wahlen und zum anderen von Freerk Huisken einen Vortrag zu Demokratie als Herrschaftsform des Kapitalismus (beide Vorträge kann man sich hier anhören und runterladen). Abgeschlossen wurde diese Debatte anlässlich der Bundestagswahlen mit einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die LINKE wählen – eine geeignete Alternative?“, bei der am Podium auch ein Mitglied der Linkspartei (Daniel Behrens1) und eine Dame (Ariane Raad), die auf der offenen Liste für die Linkspartei kandidierte, saßen, sowie auch mehrere andere linke Gruppen2 und Personen aus dem Publikum, die sich an der Debatte beteiligten.
Auf der Podiumsveranstaltung dort wurde ein Diskussionspapier verbreitet, das von „antikapitalistischen Linken aus verschiedenen Organisierungen in Stuttgart“ stammt, auch dem Umfeld der Revolutionären Aktion Stuttgart3, auf die da irgendwo verwiesen wird, zuzurechnen ist, die Ariane Raad bei ihrer Kandidatur unterstützten. Anhand des Papiers will ich ein paar Dinge an der RAS kritisieren4: (mehr…)

Zum Bildungsstreik 2009

Heute haben laut der Veranstalter des „Bildungsstreiks“ bundesweit 240000 Schüler und Studenten demonstriert. Wofür? Eine Schule für alle, kostenlose Bildung, Schule ohne Leistungsdruck und für Gesamtschulen. Gefordert wurde auch eine „Demokratisierung der Schule“, bei der verlangt wird, dass auch Schüler mitbestimmen dürfen und nicht so strenge Hierarchien gelten. Für diese Ziele schafft man es haufenweise Leute zu mobilisieren. Mir geht es jetzt nicht wie den meisten Demonstranten darum, erst mal die große Beteiligung zu begrüßen, sondern darum sich mal genauer anzuschauen, was1 da gefordert wird und wofür das gut sein soll. Es wird dabei darauf hinaus laufen, dass diese Schule etwas anders funktioniert und einen ganz anderen Zweck hat als es sich die Meisten denken. Dabei ist es schade, dass selten die Frage aufkommt, warum denn die Schule gerade so ist. In einigen Diskussionen mit Leuten, die diesen Bildungsstreik nicht unterstützen wollten, wurde auch oft gesagt, dass diese Forderungen ja gar nicht realisierbar wären. Nicht ganz zu Unrecht.

Was hat es also mit dieser Schule auf sich? Ein paar sachdienliche Hinweise: (mehr…)

Über den Bildungsstreik 2009

Ich hatte eigentlich vor selber noch etwas zu diesen Bildungsstreik zu schreiben, aber da hier auf folgenden Text hingewiesen wurde, zitiere ich den einfach mal hier, weil er mir so gut gefällt:

Bildungsstreik 2009: Wie aus einem Bildungsstreik ein Einsatz für veredelte Konkurrenz in der Schule wird

Der Bildungsstreik 2009 steht an; mit einem Katalog von sieben Forderungen, der von ziemlich großer Wertschätzung für das Bildungswesen der Bundesrepublik zeugt. Wie denn das? Wo sich die Organisatoren des bundesweiten Streiks doch ausgesprochen kämpferisch geben: Sie wollen „nicht lieb protestieren“, sie planen vielmehr Blockaden und Besetzungen, wie sie in ihrer Presseerklärung ankündigen. Gleichwohl bestätigt ein Blick auf den Inhalt ihrer Forderungen, dass sie sauber trennen möchten zwischen Umständen des schulisch organisierten Lernens, die sie stören, und der schulischen Bildung, die sie verteidigen. Sie meinen, dass hässliche Verhältnisse an den Schulen, die ihnen aufstoßen, eigentlich unpassend seien für das deutsche Bildungswesen und die politischen Zwecke, für die es vom Staat betrieben wird. (mehr…)

Lehrer haben nicht nur einen Bildungsauftrag

Der Fall Sabine Czerny: Strafversetzt wegen guter Noten

Die Schulbehörden und Schulleiter lassen keinen Zweifel daran, dass die Lehrer nicht nur einen Bildungsauftrag haben – sie haben auch einen Sortierauftrag.

Auch bei Ihnen muss es Fünfer und Sechser geben“, wies sie ein Schulbeamter an.

Sie wurde wegen der zu guten Noten strafversetzt an eine Grundschule, in der sie eine erste Klasse unterrichtet, bei der sie die Schüler noch nicht benoten muss.

Parallel hat sie nun von der bayerischen Pfarrbruderschaft „wegen ihres Engagements für humane Schule“ einen Preis für Zivil-Courage bekommen, den sie laut bayerischer Kultusbehörde formell hätte gar nicht entgegennehmen dürfen. Von ihrer neuen Schulleitung wurde sie gut beurteilt. Dabei wäre ihr wohl aber ein „Formfehler“ unterlaufen und hätte nicht „alle Erkenntnisse über Frau Czerny […] einbezogen“, eben die Gründe, warum sie strafversetzt wurde. Diese Beurteilung wurde auf Weisung der Regierung von Oberbayern zurückgezogen. (mehr…)

Warum Anarchismus eben doch nichts als blöder Idealismus ist…

Auf diesem Blog wurden die letzten Tage ein paar Texte aus dem Anarchie-Buch von Horst Stowasser veröffentlicht. Das Kapitel heißt „Warum Kommunismus eben doch nicht Revolutionär ist“. Darin stecken merkwürdige Auffassungen von Kommunismus, dem Bewusstsein der Untertanen und wie man die Leute agitieren sollte. Am Ende bleibt die Anarchie einfach das Ideal schlechthin. (mehr…)

Anarchie – das Ideal schlechthin

Der Anarchistische Kongress in Berlin wurde verboten. Die B.Z. erklärte auch, dass es nicht sein kann, dass man einen Kongress veranstaltet, der sich um die Vorstellung einer „Gesellschaft ohne Regeln“ dreht. Genau das wäre unter Anarchismus aber nicht zu verstehen, meint die Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Duisburg in ihrer Erklärung:

Die Dummheit hat wieder einmal gesiegt. Dabei hätten gerade die BZ Redakteure es nötig gehabt zu lernen, dass sie Anarchie mit Anomie verwechseln, der Abwesenheit jeglicher Regeln und Ordnung. Anarchie hingegen ist die Utopie einer herrschaftslosen Gesellschaft, in der die Menschen in Freiheit und Solidarität zusammenleben und ihre Angelegenheiten basisdemokratisch, ohne Chef oder Führer, regeln. Mit Chaos und Gewalt hat das wenig zu tun.

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Lohn, Arbeitslosigkeit und Lohnkampf

Ich habe mal wieder in den Vortrag „Was von Marx zu lernen wäre“ von Peter Decker reingehört. Da bin ich zufällig auf eine Stelle gestoßen, die ich sehr nützlich fande für Diskussionen, die ich mit manchen Genossen hier öfters habe. Es geht im ersten Teil darum, wie Arbeitslosigkeit den Lohn drückt auf die Frage, warum es Arbeitslosigkeit gibt. Und direkt darauf geht es um das Verhältnis von Lohnkämpfen.
Laut dem Datum in meiner Audiodatei müsste es sich um den Vortrag handeln, der in Berlin am 25.10.07 gehalten wurde. Einen Downloadlink habe ich nicht mehr gefunden.

Peter Decker:
Man muss da bloß die Reihenfolge einhalten. Die Unternehmer entlassen die Menschen nicht, damit es hinterher Arbeitslose gibt. Die Unternehmer entlassen die Leute, weil sie ihre eigene Lohnsumme reduzieren wollen. Und wenn das hinterher für gar nichts gut ist, dann haben die immerhin noch ihre Lohnsumme reduziert. (mehr…)