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Gerechtigkeit. Vortrag von Rolf Röhrig.

In dem Protokoll eines jour Fixes des GegenStandpunkt aus München wird nach einer korrekten Auflösung des Wunsches nach Gerechtigkeit gefragt. Dort wird auf ein Kapitel des Polenbuches verwiesen. Wenn ich das Kapitel noch mal gescheit eingescannt bekomme (hat bisher noch nicht so gut geklappt und schaue, ob ich es noch besser hinbekomme), stelle ich das noch hier online.

Zufällig bin ich aber gerade auch auf einen älteren Vortrag von Rolf Röhrig gestoßen, der sich auch dem Thema Gerechtigkeit widmet. Ein Teil des Vortrags sogar ganz grundsätzlich: Das Prinzip Gerechtigkeit: Idealisierung der Herrschaft des Rechts – Gleichbehandlung von Gegensätzen als allseitige Zuträglichkeit. Titel des ganzen Vortrages lautete: Die Klassengesellschaft renoviert ihre Rechtfertigungslügen: Gerechtigkeit heute, 13.05.04, Bremen.

Planwirtschaft. Marktwirtshaft. Flexibilität.

Irgendwo im Netz:

Ich hab letztens mit meiner Lehrerin über Planwirtschaft diskutiert Sie sagt durch mangelnde Flexibilität sei das system zum scheitern verdammt .Seh ich jetzt nich ganz so aber fakt ist ja das sich die interessen der Nachfrage fast wöchentlich ändern wie soll man mit einem 4-jahresplan auf soetwas reagiern bzw wie stehts mit der Veränderlichkeit /der Flexibillität der Planwirtschaft ist diese auf Jahrelange Planung angewiesen oder wär es möglich kurzfristiger zu agiern?


und eine Antwort:

Was ist in der Planwirtschaft bzw. im Kommunismus eigtl. eine Krise? Wahrscheinlich, wenn der materielle Reichtum, der die Leute versorgen soll, nicht zustande kommt. Das ist schlecht, da kann man nichts machen außer eben schauen wie man die Bedürfnisse genauer ermittelt oder die Produktion für diese besser plant, umsetzt usw. Es hängt eben davon ab, was der Grund war, dass der materielle Reichtum nicht zustande kam.

Wie sieht eine Krise in „der besten aller Welten“, der Marktwirtschaft, aus? An dem materiellen Reichtum liegt es nicht. Butterberge, Milchseen, tausende Autos auf Halde – das alles gibt es nicht nur in Zeiten guter Kapitalakkumulation, nein, das alles gibt es auch in der Krise; und zwar nicht, weil all diese Produkte niemand will, sondern weil sie sich als Waren einfach niemand (mehr) leisten kann. (mehr…)

Freerk Huisken zu Meinungsfreiheit

Im September 09 gab es in Bremen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Meinungsfreit in der politischen Bildung“ von der Georg-Elser-Initiative Bremen e.V. Einen Mitschnitt gab es soweit ich weiß nicht von der Veranstaltung, zufällig bin ich aber gerade auf seinen dort veröffentlichten Beitrag (als PDF) gestoßen, auf den bisher noch nicht hingewiesen wurde: (mehr…)

Klassenkampf-Rap aus Schweden

Wem der Klassenkampf-Rap von Holger Burner nicht gefällt, kann sich auch Menteroja anhören. Geht zumindest etwas besser ins Ohr:

20.01.10, Buchvorstellung mit Renate Dillman

Der Kapitallesekreis Karlsruhe lädt zu folgender Veranstaltung ein:

China

Mehr Infos hier. Auch in Tübingen (19.01.) und Stuttgart (21.01.).

Gemeinnutz und Eigennutz

Ziffel
Die Nazis sagen „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Das ist Kommunismus, und ich sags der Mamma.

Kalle
Sie reden wieder gegen besseres Wissen, weils bei mir gegen den Strom schwimmen wollen. Der Satz bedeutet nur, daß der Staat vor dem Untertan kommt, und der Staat sind die Nazis, basta. Der Staat vertritt die Allgemeinheit, indem er alle besteuert, herumkommandiert, am gegenseitigen Verkehr hindert und in den Krieg treibt.

Ziffel
Das ist eine Übertreibung, die mir gefällt. Ohne Übertreibung könnte man sagen, der Satz konstruiert tatsächlich einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem Nutz des einzelnen und dem Nutz der Allgemeinheit. Das ist es wohl, was ihre Verachtung hervorruft. Auch ich würd sagen, in einem Land, wo der Egoismus grundsätzlich diffamiert wird, ist was faul.

Kalle
In einer Demokratie, wie wir sie kennen …

Ziffel
Sie brauchen das „wie wir sie kennen“ nicht.

Kalle
Also in einer Demokratie heißt es für gewöhnlich, es muß ein Ausgleich geschaffen werden zwischen dem Egoismus derer, die was haben, und derer, die nichts haben. Das ist offenbarer Unsinn. Einem Kapitalisten Egoismus vorwerfen heißt ihm vorwerfen, daß er ein Kapitalist ist. Einen Nutz hat überhaupt nur er, da es ein Ausnutz ist. Die Arbeiter können den Kapitalisten doch nicht ausnutzen. Der Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ müßt heißen „Wenns ums Ausnutzen geht, darf nicht einer einen andern oder alle ausnutzen, sondern alle müssen …“ und jetzt sagen Sie mir gefälligst, was ausnutzen?

Ziffel
In Ihnen steckt ein Logistiker und Semantiker, nehmen Sie sich in acht. Es genügt völlig, wenn Sie sagen, ein Gemeinwesen, muß so eingerichtet werden, daß, was dem einzelnen nützt, allen nützt. Dann muß der Egoismus nicht mehr beschimpft werden, sondern kann sogar öffentlich belobt und gefördert werden.

Kalle
Das kann nur da geschehen, wo ein Nutzen für den einzelnen nicht mehr nur entsteht, wo ein Mangel bei vielen geduldet oder geschaffen wird.

(aus: Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, Schweden oder die Nächstenliebe)

Nightmare of a red Xmas

Zur Unterhaltung:

Captain Capitalism: Nightmare of Red Xmas

und was Marxisten zu Weihnachten zu sagen haben.

BILD lobt Studenten – und das ist nicht gut

bild.de:

Sind die Studenten von heute so radikal wie die 68er?
Nein. Damals gingen die Studenten auf die Straße, weil sie mit den politischen Verhältnissen im Allgemeinen unzufrieden waren – etwa mit der mangelnden Aufarbeitung des Nazi-Regimes. Die heutigen Proteste richten sich nicht gegen die Gesellschaft insgesamt. Die Forderungen der Studenten beschränken sich auf die Bildungspolitik.“

Und das ist schlecht. Nicht bloß schlecht, weil nicht gegen die Gesellschaft insgesamt, sondern weil man die absurde Trennung aufmacht zwischen Bildungspolitik und Finanzpolitik, Beschäftigungspolitik und der Politik bis zum Hindukusch. Nicht schlecht deshalb, weil man Mitleid mit den Leuten haben sollte, die an anderen Stellen den Schaden haben von dieser scheiß Politik, sondern weil tatsächlich so getan wird, dass – neben dem ganzen Scheiß, der anderswo läuft – es doch möglich wäre eine Politik zu machen, die ein besseres Bildungssystem hervorbringt an Schulen und Hochschulen, die den Bewohnern dieser „Lernfabriken“ ein angenehmeres Dasein ermöglicht. Die durchaus verständliche Unzufriedenheit mit den Bildungsreformen fragt sich gar nicht welcher Sorte Politik, die doch gerade ihr Interesse an einer solchen Herrichtung des Studiensystems hat, sich diese Unzufriedenheit verdankt.

Ein besseres Bildungssystem wäre möglich, da angeblich das Geld dafür da wäre. Wenn es aber so ist, dass das Geld zwar da ist, die Politik aber ganz andere Zwecke damit vorhat? Wenn doch die Politik gerade durch die Reformen verdeutlicht, dass es ihr Interesse ist an der Ressource Bildung zu sparen und versucht sie für ihre Zwecke zu effektivieren? Wenn sie lieber Banken rettet und Krieg führt – was ist dann? Dann hat offenbar die Bildung nicht so einen Stellenwert, wie es sich viele streikende Studierende denken. Schlimmer: Dann dient die Ressource Bildung vielleicht auch einem ganz anderen Zweck, wenn sie dem Staat zu teuer, zu uneffektiv ist und ihm das Studium insgesamt zu lange dauert. Dann hält er umgekehrt daran fest, dass sie eben billig und effektiv sein muss und dass Studenten ihre Leistungen in viel knapperer Zeit zu vollbringen haben. Wozu? Nicht damit die Studenten ein angenehmes Studium haben, sondern dass ihr Studium den „Qualitätsansprüchen der Bildungsrepublik Deutschland gerecht wird“ (Wortlaut der besetzenden Studierenden in Karlsruhe). Die Ressource Bildung soll für Deutschland ihren Beitrag für den Wettstreit in der internationalen Konkurrenz beitragen, die Nation und die Wirtschaft voranbringen. Und sonst nichts.

Diese Frage, was es eigentlich mit dem Scheiß auf sich hat, warum der Staat der „armen Bildung“ so etwas antut, wird seitens der meisten Studierenden – leider – nicht gestellt. Solche Positionen – egal wie gut oder wie schlecht begründet –, die ein bisschen über das Bildungsthema hinausgehen, den Anspruch haben Zusammenhänge zu erklären, sind in den besetzten Hörsälen in Karlsruhe unerwünscht. Sie werden rausgeekelt.

Das ist nicht gut. Weil die Forderungen, die in den Hörsälen an den Tafeln stehen, den Studenten das Leben nicht einfacher macht. Das ist ihr Pech. Denn sie erfahren gerade, was es heißt die Rolle der „Ressource Bildung“ zu spielen.

Sozialismus!


Ich sagte zu mir jetzt ist Schluss – Doch plötzlich hatte ich es wieder gesagt: Sozialismus